CH-Dokfilm-Wettbewerb

Dreimal Mut

Magazin, 10. August 2012, Film: Migros-Kulturprozent TV

Am Filmfestival von Locarno gab das Migros-Kulturprozent die Gewinner der ersten Runde des 3. CH-Dokfilm-Wettbewerbs bekannt. Es handelt sich um drei couragierte Projekte – in mehrfacher Hinsicht.

«In der Schweiz ist es schon mutig, einen Film zu drehen.» Mit diesem Statement brachte Sven Wälti, Verantwortlicher für interregionale und internationale Programmangebote bei der Generaldirektion der SRG SSR, das Anliegen des Migros-Kulturprozent auf den Punkt. Mit dem CH-Dokfilm-Wettbewerb will das Migros-Kulturprozent die Filmemacher dazu ermuntern, sich mutig mit aktuellen und auch heiklen Fragen auseinanderzusetzen, welche die Schweizer Gesellschaft umtreiben. Eigentlich nur folgerichtig, dass die dritte Ausgabe des Wettbewerbs unter dem Thema «Mut? Mut!» steht.

Der zweistufige Wettbewerb lädt Filmemacher ein, Projekte zu einem vorgegebenen Thema einzureichen. Eine internationale Jury wählt in der ersten Runde drei Projekte aus, die dann je 25?000 Franken für die Ausarbeitung ihrer Filmideen bis zur Produktionsreife erhalten. Die Präsentation der Gewinner der ersten Runde fand im Rahmen des Filmfestivals von Locarno statt, worüber sich Festivalpräsident Marco Solari sichtlich freute. «Das Migros-Kulturprozent ist einzigartig auf der Welt», rief der enthusiastische Solari den Gästen zu und bekräftigte, wie wichtig Projekte wie der CH-Dokfilm-Wettbewerb für die Schweizer Filmszene sind.

Furchtlose Filmprojekte
Die drei Filmideen, die nun bis November 2012 weiterentwickelt werden, könnten verschiedener kaum sein und behandeln ganz unterschiedliche Formen von Mut. Während Floriane Closuit in «Pas à pas» ihr Ringen mit Multipler Sklerose ins Zentrum stellt, porträtiert David Vogel in «Und Manuela heisst jetzt Aïcha» zwei junge Frauen, die zum Judentum respektive zum Islam konvertieren. «Wegsperren, Ausschaffen und Diskriminieren» von Thomas Isler wiederum behandelt das Spannungsfeld zwischen direkter Demokratie und Rechtsstaat sowie das grosse Interesse, das viele rechte Parteien in Europa neuerdings am Schweizer Modell der Volksentscheide zeigen.

Mut werde durch Beispiele vermittelt, durch Helden, meinte der Schriftsteller Philipp Tingler in einem kurzen Gedankenanstoss. Und welches Medium – so liesse sich anknüpfen – eignet sich heute besser für Heldengeschichten als der Film? Wir dürfen auf jeden Fall gespannt sein, welche Heldenerzählung am Ende das Rennen macht. (red)

Der Gewinner des CH-Dokfilm-Wettbewerbs wird Ende Januar 2013 an den Solothurner Filmtagen bekannt gegeben. Den Siegerfilm finanziert das Migros-Kulturprozent, unterstützt von der SRG SSR.

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