sharing knowledge

Wie viel ist genug?

11. Februar 2013, Film: Migros-Kulturprozent TV

Nie ging es uns so gut wie heute. Und dennoch: Wirklich zufrieden sind die wenigsten. «Von allem zu viel, von nichts genug» heisst denn auch das Thema der dritten Ausgabe von «sharing knowledge», der Veranstaltungsreihe des Migros-Kulturprozent zu gesellschaftlichen Themen. Zum Auftakt des Monatsschwerpunkts wollte Migros-Kulturprotent TV wissen, was die Menschen über Luxus, Gier oder Wirtschaftswachstum denken.

Am 7. und 8. Februar 2013 lud das Migros-Kulturprozent zum dritten Mal zur Veranstaltungsreihe «sharing knowledge» im Gottlieb Duttweiler Institute (GDI) in Rüschlikon ein. Wissenschaftler, Entscheidungsträger, Meinungsmacher und Künstler waren dazu angehalten, während zwei Tagen darüber nachzudenken, von was unsere Gesellschaft zu viel hat und wovon wir nach wie vor nicht genug kriegen. In der Spätmoderne sind Individualität und Selbstverwirklichung zur Pflicht geworden. Doch im Wirrwarr der unbegrenzten Möglichkeiten sind viele überfordert und nicht mehr in der Lage, aus dem scheinbar unbegrenzten Angebot auszuwählen. Wer uns etwas verkaufen will, spricht mit Vorliebe die niederen Triebe an: Der Gesundheitsmarkt verspricht gesundes Altern in ewiger Jugend, die Versicherungen nehmen uns sämtliche Risiken ab, mit Social Media decken wir bequem unsere sozialen Bedürfnisse. Trotz der Ausbreitung verschiedener Zivilisationskrankheiten steigt die Lebenserwartung weiter an. Dem Konsum sind anscheinend keine Grenzen gesetzt. Doch der Überfluss ist für viele längst zum Überdruss geworden.

In der Ökonomie geniesst die These, dass nur konstantes Wachstum unsere Zukunft sichert, den Status eines unantastbaren Dogmas. Täglich wird uns diese Maxime eingehämmert. Von allen Seiten unter Druck gesetzt, hinkt die Politik dem Geschehen hinterher. Fortschritte in Technik und Wissenschaft sollen die Welt verständlich und lenkbar machen. Das Prinzip heisst: Maximieren statt Optimieren! Nur, der Maximierungsdrang führt nicht zu mehr Freiheit, sondern verstärkt die Fragmentierung und beschleunigt unser Leben unablässig. Die Folge: das komplette Ausklinken aus der aktiven Gesellschaft oder Überforderung und Burnout. (red)

www.sharing-knowledge.ch
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