Film

Der Migros-Genossenschafts-Bund fördert den Schweizer Film seit vielen Jahren. Schon 1943 beteiligte er sich an der Praesens-Film AG, denn Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler wollte «eine ethisch hochwertige Schweizer Filmproduktion» unterstützen. Das Resultat dieser Partnerschaft waren Filme, die Geschichte geschrieben haben, etwa «Die letzte Chance», «Füsilier Wipf», «Heidi» oder «Marie-Louise»; Letzterer wurde sogar mit einem Oscar ausgezeichnet.

Filmförderung

Seit 1965 fördert das Migros-Kulturprozent das Schweizer Filmschaffen systematisch mit innovativen, impulsgebenden und unbürokratischen Fördermassnahmen. Warum? – Weil der Film ein zentrales Medium der modernen Kultur ist. Er trägt massgeblich zur Bewusstseinsbildung und zur kulturellen Identität eines Landes bei.

Ziel der Förderung ist, künstlerisch und kulturell wertvollen Schweizer Filmen den Weg auf die Leinwand zu ermöglichen und dem Publikum den Zugang zum Schweizer Filmschaffen zu erleichtern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Nachwuchsförderung und der Unterstützung von Drehbuchautorinnen und –autoren.

Gefördert werden gute Filmideen (Ideenförderung), die Fertigstellung von professionell hergestellten Produktionen in allen Filmgattungen (Postproduktion), die Herstellung von Dokumentarfilmen, die sich mit gesellschaftlich relevanten Themen, die die Schweiz betreffen, auseinandersetzen (CH-Dokfilm), Filmfestivals, die Massnahmen zur nachhaltigen Förderung des Schweizer Filmnachwuchses und/oder von Drehbuchautorinnen und -autoren anbieten (Filmfestivals) sowie Filmprojekte, welche neue Perspektiven einnehmen und Impulse geben für die Weiterentwicklung des Films auf allen Ebenen (Neue Perspektiven).

Um einen Förderungsbeitrag bewerben können sich für das Projekt finanziell verantwortliche Filmschaffende oder Produzentinnen und Produzenten, die schweizerischer Nationalität sind, sowie Ausländerinnen und Ausländer, die seit mindestens vier Jahren in der Schweiz wohnen und arbeiten.

Detaillierte Angaben entnehmen Sie bitte den jeweiligen Richtlinien.

Wie kann ich mich anmelden?

Wählen Sie den Förderbereich, dem Ihr Projekt angehört. Erfüllt Ihr Projekt die dort aufgeführten Richtlinien, können Sie sich (dort) auf dem online-Gesuchsportal anmelden. Geprüft werden nur Gesuche, die über das online-Gesuchsportal erfasst wurden.

Die Basis eines guten Films ist ein gutes Drehbuch. Deshalb fördert das Migros-Kulturprozent Ideen für Kinospielfilme mit einem Förderbeitrag sowie einem Mentoringprogramm – von der ersten Idee bis zum Treatment. Die Förderung setzt bewusst früh an, um die Drehbuchautorinnen und -autoren in dieser wichtigen kreativen Phase zu unterstützen. Sie sollen diese Arbeit unter professionellen Bedingungen leisten können.

Ideen für Spielfilme

Das Migros-Kulturprozent übernimmt drei Viertel des Honorars für die Drehbuchautorin oder den Drehbuchautoren, maximal 15’000 Franken; einen Viertel zahlt die Produktionsfirma. Zusätzlich profitiert sie oder er von einem nationalen und internationalen Mentoringprogramm. Wenn der Autor bzw. die Autorin aufgrund des so entwickelten Treatments die erfolgreiche Finanzierung des Drehbuchs nachweisen kann, hat er oder sie zusätzlich eine Weiterführung des Mentorings bis zum Abschluss des Drehbuchs zugute.

Die Autorin oder der Autor bzw. das Autor-Produzenten-Team kann zudem unentgeltlich an einer Masterclass teilzunehmen und, nach Möglichkeit, die Lokalitäten der Künstlerresidenz Arc in Romainmôtier (www.arc-artistresidency.ch) oder die Angebote des Coworking Space Impact Hub in Zürich (www.zurich.impacthub.ch) nutzen.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den nebenstehenden Richtlinien.

Termine 2017:

  • 1. Eingabefrist 2017: 5. Mai 2017 (Sitzung: 13. Juni 2017)
  • 2. Eingabefrist 2017: 6. Oktober 2017 (Sitzung: 21. November 2017)
  • Masterclass: Informationen folgen

Jury 2017:

  • Christa Saredi, Zürich
  • Britta Rindelaub, Genf
  • Jann Preuss, Zürich

Mentorenpool: Informationen folgen im Mai 2017

  • Nationale Mentoren in Zusammenarbeit mit FOCAL, Scriptcoaching
  • Internationale Mentoren

Keine Beiträge werden entrichtet für:

  • Ideen für Fernsehserien;
  • alle Filmgattungen ausserhalb des fiktionalen Kinospielfilms.

Geförderte Filmideen


Das Migros-Kulturprozent unterstützt die Postproduktion professionell gedrehter Schweizer Filme – unabhängig von Format, Gattung oder Länge – und übernimmt deren Restfinanzierung. Dabei wird ein besonderer Schwerpunkt auf Nachwuchsfilme gelegt.

Postproduktion

Die geförderten Filme haben dank der bestmöglichen Endfertigung grössere Chancen, sich auf dem nationalen und internationalen Filmmarkt zu behaupten und das Publikum zu überzeugen.

Gefördert werden mit höchstens 50’000 Franken:

  • professionell produzierte Schweizer Filme aller Filmgattungen;
  • Spielfilme mit einem Budget bis zu 2 Millionen Franken;
  • Dokumentarfilme mit einem Budget bis zu 700’000 Franken;
  • Abschlussfilme von Absolvierenden professioneller Filmausbildungen.

Förderbeiträge beantragen können Schweizerinnen und Schweizer oder ausländische Filmschaffende und Produzentinnen bzw. Produzenten, die seit mindestens vier Jahren in der Schweiz leben und für das Projekt finanziell verantwortlich sind. Der Film muss zu mindestens 80 Prozent fertiggestellt sein.

Gesuche können laufend eingereicht werden. Sie werden durch eine drei- bis vierköpfige Filmkommission beurteilt. Pro Jahr finden vier Sitzungen statt.

Jurymitglieder:

  • Susann Rüdlinger, Zürich
  • Christoph Schaub, Zürich
  • Max Karli, Genf

Nächste Eingabefristen:

  • Eingabeschluss 2: 10.4.2017 | Jurysitzung 2: 30.5.-1.6.2017
  • Eingabeschluss 3: 28.8.2017 | Jurysitzung 3: 3.10.-5.10.2017
  • Eingabeschluss 4: 30.10.2017 | Jurysitzung 4: 12.12.-14.12.2017

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den Richtlinien.

Keine Beiträge werden entrichtet für:

  • Dokumentarfilme, deren aktuelles Budget die Summe von 700’000 Franken übersteigt;
  • Spielfilme und Animationsfilme, deren aktuelles Budget die Summe von 2 Millionen Franken übersteigt;
  • Auftrags- und Werbefilme;
  • Videokunst;
  • installativ-performative Projekte;
  • Musikvideoclips (siehe spezifische Richtlinien für die Sparte Pop);
  • didaktische Filmprojekte/Lehrmittel;
  • Verleih- und Promotionskosten;
  • Filme, die mehrheitlich von Fernsehanstalten finanziert sind;
  • Filme, die vor der Jurysitzung öffentlich gezeigt wurden;
  • Projekte, deren rechtliche Situation unklar ist.

Geförderte Filme

Der Dokumentarfilm ist eine Kernkompetenz im Schweizer Filmschaffen. Um ihm eine Erfolg versprechende Plattform zu bieten und den Diskurs über gesellschaftlich relevante Themen anzuregen, veranstaltet das Migros-Kulturprozent einen zweistufigen Dokumentarfilm-Wettbewerb.

CH-Dokfilm-Wettbewerb

Filmschaffende können ihre Filmprojekte, die sich mit aktuellen und für die Schweiz relevanten gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen, beim Migros-Kulturprozent einreichen. Eine Jury wählt aus den eingegangenen Projekten drei aus und unterstützt deren Ausarbeitung bis zur Produktionsreife mit je CHF 25’000.-. Die entwickelten Projekte werden anschliessend erneut der Jury vorgelegt. Die Realisierung des Gewinnerprojektes wird mit einem Beitrag in der Höhe von CHF 400’000.- sowie mit zusätzlicher Unterstützung der SRG SSR in der Höhe von CHF 80’000.- finanziert. Die Gewinner müssen sich nicht mit einer langen Finanzierungsphase aufhalten, sondern können direkt beginnen. Eine Ausgangslage, die so einzigartig ist in der Schweiz.

CH-Dokfilm-Wettbewerb wird unterstützt durch Engagement Migros – ein Förderfonds der Migros-Gruppe.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den Richtlinien.

Vom Wettbewerb ausgeschlossen sind:

  • Fernsehfilme oder Fernsehserien
  • Spielfilme
  • Kurzfilme

Aktuell:

Thema «Orientierung»: Ausschreibungstext

Ankündigung: Der Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerb wird 2019, nach einer Laufzeit von zehn Jahren, zum letzten Mal ausgeschrieben.

Daten 2017:

Eingabeschluss 1. Runde: 19. Mai 2017

Preisverleihung 1. Runde: Filmfestival Locarno 2017

Eingabeschluss 2. Runde: 8. Dezember 2017

Preisverleihung 2. Runde: Solothurner Filmtage 2018

Jury 2017:

  • Ulrich Seidl, Jurypräsident, Filmemacher, Wien 
  • Nadine Adler, Projektleiterin Film, Direktion Kultur und Soziales, Migros-Genossenschafts-Bund, Zürich
  • Irène Challand, Leiterin der Dokumentarfilm-Abteilung RTS, Genf
  • Jakob Tanner, Historiker, Zürich
  • Anna Thommen, Regisseurin, Basel

7. CH-Dokfilm-Wettbewerb

Gewinnerin des 7. Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerbs zum Thema «Utopie» ist Mirjam von Arx mit dem Filmprojekt «Das Einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht selbst.» (Franklin D. Roosevelt, 1933), Produktion: ican films, Zürich. Die Zürcher Regisseurin erhielt den Preis am 20. Januar 2017 anlässlich der Solothurner Filmtage. 

Im Zentrum von Mirjam von Arx’ Projekt steht die Angst. Angst ist eine der intensivsten und wirkungsvollsten menschlichen Emotionen. Sie wirkt im Kleinen wie im Grossen, beeinflusst persönliche Entscheidungen wie auch die Weltpolitik. «Das Einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht selbst» ist ein satirischer, zugleich aber empathischer Versuch zu klären, wie Angst funktioniert und wie wir sie zu unserem Vorteil nutzen können. Vom Philosophen über die Extremsportlerin bis zum Überlebenstrainer kommen Menschen zu Wort, die sich professionell mit Angst und dem Abschätzen respektive Vermeiden von Risiken beschäftigen. Über alledem steht die Frage, ob die Vorstellung einer angstfreien Gesellschaft eine erstrebenswerte Utopie ist oder ob wir ohne Angst gar nicht leben könnten. Ulrich Seidl, Jurypräsident: «Das Projekt hat die Jury mit seinem äusserst aktuellen gesellschaftsrelevanten Thema und seinem kritischen wie satirischen Ansatz überzeugt. Ein Film, der uns alle angeht.»

Laudatio von Ulrich Seidl, Jurypräsident, Filmemacher, Wien

Impressionen von der Preisverleihung: Video

Aus folgenden drei Projekten wurde das Gewinnerprojekt des 7. Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerbs ausgewählt:

Mirjam von Arx – ican films, Zürich – mit «Das Einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht selbst» (Franklin D. Roosevelt, 1933) Angst ist eine der intensivsten und wirkungsvollsten menschlichen Emotionen, und die Vorstellung von einer risiko- und somit auch angstfreien Welt eine Utopie. Mirjam von Arx beleuchtet in ihrem Projekt auf satirische Weise, wie Angst funktioniert, wie Versicherungsgesellschaften, Waffenproduzenten oder Politiker aus der Angst Kapital schlagen, aber auch, wie jeder Einzelne den Risiken des Lebens begegnet. Allerorten will man die Angst minimieren. Aber ist Angst nicht auch eine lebenswichtige Empfindung? Und eine Gesellschaft ohne Angst letztlich viel eher eine Dystopie?

Pierre-Yves Borgeaud – Momentum Production und Louise Productions, Lausanne – mit «La lutte finale» 

Die Schweiz wird immer älter, mittlerweile kommen auch die Babyboomer und 68er ins Rentenalter. Die Revolutionäre von damals sind im Alter weiterhin auf der Suche nach Alternativen und tun sich in Alterskommunen und Senioren-WGs zusammen. Pierre-Yves Borgeaud interessiert sich in «La lutte finale» allerdings nicht nur dafür, wie einstige Linke und Kommunisten ihren Lebensabend fern von Pflege- und Altersheimen organisieren, sondern auch dafür, was aus den Hoffnungen von einst geworden ist. 

Pauline Julier – Close Up Films, Genf – mit «La Nouvelle Atlantide»

Der Large Hadron Collider am CERN bei Genf ist die grösste Maschine, die je von Menschen gebaut wurde. Doch er ist nichts im Vergleich zum geplanten Future Circular Collider, der einen Umfang von 100 Kilometern aufweisen soll und noch tiefer gehende Einblicke in den Aufbau unseres Universums erlauben wird. Regisseurin Pauline Julier will die Vorarbeiten zu diesem Projekt zwei Jahre lang begleiten. Ihr Interesse gilt dabei nichts Geringerem als den letzten – oder vielmehr den ersten – Fragen: dem Anfang unseres Universums, der Entstehung von Raum und Zeit.

Jury 2016

  • Ulrich Seidl, Jurypräsident, Filmemacher, Wien 
  • Nadine Adler, Projektleiterin Film, Direktion Kultur und Soziales, Migros-Genossenschafts-Bund, Zürich
  • Irène Challand, Leiterin der Dokumentarfilm-Abteilung RTS, Genf
  • Jakob Tanner, Historiker, Zürich
  • Anna Thommen, Regisseurin, Basel

6. CH-Dokfilm-Wettbewerb

Gewinner des 6. Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerbs zum Thema «Zeit» ist Sergio Da Costa mit dem Filmprojekt «Milan Noir» (Produktion: Close Up Films, Genf). Der Genfer Regisseur erhielt den Preis am 22. Januar 2016 anlässlich der Solothurner Filmtage.

Sergio Da Costas Filmprojekt (Produktion: Close Up Films, Genf) trägt den Titel «Milan Noir»: Im Genfer Zentrum für die Rehabilitierung von Wildvögeln werden nicht nur gefiederte Patienten behandelt, es ist auch ein Reintegrationszentrum für Sozialhilfeempfänger. Der Regisseur begleitet einen verletzten Greifvogel und dokumentiert dessen Heilung – am Ende soll er wieder in die Wildnis entlassen werden. Dies gilt auch für die Langzeitarbeitslosen, die ihn pflegen, doch gestaltet sich deren Genesungsprozess komplizierter. Indem der Film die Situation des Vogels mit derjenigen der menschlichen Protagonisten kontrastiert, zeigt er unterschiedliche Formen von Zeiterfahrung – den unbeirrbaren Rhythmus der Natur, deren Abläufe sich nicht beschleunigen lassen, und das Tempo unserer Leistungsgesellschaft, dem längst nicht alle gewachsen sind.


Laudatio von Irène Challand, Leiterin der Dokumentarfilm-Abteilung RTS, Genf


Aus folgenden drei Projekten wurde das Gewinnerprojekt des 6. Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerbs ausgewählt:

Sandra Gysi (TILT Production GmbH, Zürich) mit «Wir haben die Uhr – Ihr habt die Zeit». Gibt es einen Ort, an dem Zeit konkreter erfahrbar ist als an einem Bahnhof? Es ist ein fortwährendes Kommen und Gehen. 24 Stunden in den Hauptbahnhöfen von Zürich und Kairo sollen illustrieren, wie unterschiedlich zwei verschiedene Kulturen mit Zeit umgehen. In beiden Bahnhöfen folgen wir ausgewählten Protagonisten, an denen die vielfältigen Formen von Zeiterfahrung sichtbar werden.

Nicole Vögele (Intermezzo Films, Genf) mit «Closing Time». Die Autorin begibt sich auf die Suche nach einer Stimmung, die sie selber  „Zwischenzeit“ nennt. In einer poetischen Dokumentation möchte sie den Moment zwischen Arbeit und Freizeit einfangen, in dem der Mensch ganz bei sich selbst ist. Sie hofft, diese Augenblicke in einem Nachtrestaurant in Taipeh zu finden. Da, wo die Zeit niemals still steht und doch nur langsam vergeht.

Sergio da Costa (Close Up Films, Genf) mit „Milan Noir“. Im Zentrum für die Rehabilitierung von Wildvögeln in Genf werden nicht nur gefiederte Patienten behandelt. Es ist auch ein Reintegrationszentrum für Sozialhilfeempfänger. Der Regisseur begleitet einen verletzten Greifvogel und dokumentiert dessen Weg zur Heilung. Indem er die Situation des Vogels mit derjenigen der menschlichen Protagonisten spiegelt, thematisiert er wichtige Fragen zur Leistungsgesellschaft, zur Umweltproblematik und natürlich zur Zeit.

Jury 2015

  • Nadine Adler, Projektleiterin Film, Direktion Kultur und Soziales, Migros-Genossenschafts-Bund, Zürich; Jurypräsidentin
  • Simon Baumann, Regisseur und Produzent, Gewinner des 1. Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerbs mit «Zum Beispiel Suberg»
  • Irène Challand, Leiterin der Dokumentarfilm-Abteilung RTS, Genf
  • Barbara Pichler, Freie Filmkuratorin, Wien
  • Lara Stoll, Slam-Poetin, Winterthur

5. CH-Dokfilm-Wettbewerb

Gewinnerin des 5. Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerbs zum Thema RAUM ist die Zürcher Regisseurin Jacqueline Zünd mit dem Filmprojekt „2,8 Tage“ (Produktion: real Film, Zürich). Dies wurde an der Preisverleihung am 23. Januar 2015 im Rahmen der Solothurner Filmtage bekannt gegeben.

Jacqueline Zünds Filmprojekt (Produktion: real Film GmbH, Zürich) trägt den Titel «2,8 Tage» und widmet sich dem Thema Scheidungskinder. Zwei Erwachsene trennen sich, eine Familie fällt auseinander, Kinderleben werden aufgeteilt. Aus einer vermeintlichen Einheit entstehen zwei Welten, verteilt auf zwei Räume. Ausgehend von der aktuellen Praxis in der Schweiz, dass heute bei einer Scheidung das gemeinsame Sorgerecht zum Regelfall wird, macht sich die Regisseurin auf den Weg, aus der Perspektive der Kinder eine filmische Annäherung an die Situation zu unternehmen. Dabei soll es um äussere wie auch um innere Räume – und um die Zwischenräume – gehen.

Laudatio von Simon Baumann, Gewinner 1. Migros CH-Dokfilm-Wettbewerb

Aus folgenden drei Projekten wurde das Gewinnerprojekt des 5. Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerbs ausgewählt:

Thomas Haemmerli (ican films GmbH, Zürich) mit „Die Gentrifizierung bin ich: Beichte eines Finsterlings“. Der Autor beabsichtigt, in einem Essay entlang autobiographischer Wohnsituationen mit Archivmaterial die helvetische Selbstwahrnehmung des Dichtestresses zu rekonstruieren, die bei der Masseneinwanderungsinitiative aufkam, und sie mit den Lebensrealitäten in Metropolen wie Mexiko oder Saigon zu konfrontieren.

Jacqueline Zünd (real Film GmbH, Zürich) mit „2.8 Tage“. Ausgehend von der aktuellen Praxis in der Schweiz, dass heute bei einer Scheidung das gemeinsame Sorgerecht von Mutter und Vater zum Regelfall wird, macht sich Jacqueline Zünd auf den Weg, aus der Perspektive der Kinder eine filmische Annäherung an ihre Realität zu unternehmen. Dabei soll es um äussere wie auch um innere Räume – und um die Zwischenräume – gehen.

Charlie Petersmann (Intermezzo Films, Genf) mit „Tous ne sont pas des anges“. Baustellen sind Arbeitsräume an der frischen Luft. Diejenigen, die dort arbeiten, sind meist Ausländer unterschiedlicher Provenienz – und sie bauen die Schweiz von morgen. Der Regisseur interessiert sich für den Mikrokosmos einer Baustelle – und für die sichtbaren und unsichtbaren Mauern zwischen Arbeitern, Chefs und künftigen Bewohnern.

Jury 2014

  • Nicole Hess, Projektleiterin Film,
    Direktion Kultur und Soziales, Migros-Genossenschafts-Bund, Zürich, Jury-Präsidentin
  • Simon Baumann, Dokumentarfilmer und Produzent, Suberg
  • Barbara Pichler, Intendantin Diagonale, Graz
  • Lara Stoll, Slam-Poetin, Winterthur
  • Nicolas Wadimoff, Dokumentarfilmer und Produzent, Genf
  • Sven Wälti, Verantwortlicher Koproduktionen, Generaldirektion SRG SSR, Bern

4. CH-Dokfilm-Wettbewerb

Gewinner des 4. CH-Dokfilm-Wettbewerbs, der erstmals ohne thematische Vorgabe ausgeschrieben wurde, ist der Genfer Regisseur Daniel Schweizer mit „Trading Paradise“ (Produktion: HesseGreutert Film AG, Zürich).

Daniel Schweizers Filmprojekt „Trading Paradise“ widmet sich internationalen Rohstoffunternehmen wie Glencore-Xstrata oder Gunvor, die ihren Sitz in der Schweiz haben und aufgrund von Umweltproblemen oder Bestechungsvorwürfen in die öffentliche Wahrnehmung gerückt sind. Anhand von drei konkreten Beispielen der Rohstoffgewinnung und des -handels in Afrika und Lateinamerika beabsichtigt Schweizer die „Chronik einer sich abzeichnenden Krise“ zu schreiben, wie es im Untertitel zu seiner Filmidee heisst. Den Regisseur interessieren nicht nur die Konsequenzen des Rohstoffhandels für die lokale Bevölkerung und die Umwelt, sondern auch das Image der Schweiz, die aufgrund der Firmensitze erneut in den Fokus des internationalen Rechts gerät.

Aus folgenden drei Projekten wurde das Gewinnerprojekt des 4. Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerbs ausgewählt:

  • Ufuk Emiroglu (Dschoint Ventschr Filmproduktion AG, Zürich) mit «T’chaux»: Als Paul Nizon sein Werk Diskurs in der Enge (1970) veröffentlichte, war die Regisseurin noch nicht auf der Welt. 1980 in der Türkei geboren und in der Romandie aufgewachsen, geht Ufuk Emiroglu in «T’chaux» der Frage nach, wie junge Menschen von heute mit dem Gefühl geistiger und geographischer Enge umgehen.
  • François Kohler (P.S. Productions, Châtel-St-Denis) mit «La science du bonheur — derrière les barreaux»: Weil mehrere Waadtländer Gefängnisse überbelegt sind, sehen sich die Behörden veranlasst, ein Pilotprojekt mit Meditationstherapie für Gefangene einzuführen. Ziel der Intervention ist es, die Häftlinge zu befähigen, ihr emotionales Gleichgewicht wieder zu finden.
  • Daniel Schweizer (HesseGreutert Film AG, Zürich) mit «Trading Paradise»: Nach der Diskussion um das Bankgeheimnis dürfte die Schweiz erneut in den internationalen Fokus geraten als Paradies von Rohstoffhändlern wie Glencore-Xstrata oder Gunvor, die in den Abbaugebieten mit Umweltproblemen und Bestechungsvorwürfen konfrontiert sind.

3. CH-Dokfilm-Wettbewerb

Gewinner des 3. Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerbs zum Thema «Mut? Mut!» ist Thomas Isler mit dem Filmprojekt «Es wird kalt in Europa» (Produktion: maximage, Zürich)

Thomas Islers Filmprojekt (Produktion: maximage, Zürich) trägt den Untertitel „Die falschen Freunde der Direkten Demokratie“ und widmet sich dem Phänomen, dass sich rechtsradikale Parteien in Europa vom politischen System der Schweiz inspirieren lassen. Mit der Kamera fängt der Regisseur Aufritte von Schweizer SVP-Vertretern im Ausland ein, befragt Wortführer rechtsbürgerlicher Parteien in Deutschland, Frankreich und Österreich nach ihrem Demokratieverständnis und bittet Historiker und Philosophen um eine gesellschaftliche Einschätzung. Ziel des Films ist es, die „Sehnsuchtsinsel Schweiz“, die sich selber gerne als Wiege der Rechtsstaatlichkeit sieht, mit ihrer Rolle in einem krisengeschüttelten Europa zu konfrontieren.

Aus folgenden drei Projekten wurde das Gewinnerprojekt des 3. Migros-Kulturprozent-CH-Dokfilm-Wettbewerbs ausgewählt:

  • Floriane Closuit (Produktion: Intermezzo Films, Lausanne) mit «Pas à pas» Die Autorin leidet seit ein paar Jahren an Multipler Sklerose. In Form eines filmischen Tagebuchs hat sie den Verlauf der Krankheit und ihr Ringen mit den körperlichen Einschränkungen mit der Kamera dokumentiert. Die persönlichen, z.T. sehr intimen Bilder, wird sie mit Aufnahmen aus ihrem sozialen Umfeld und dem medizinischen Betreuungsteam verflechten. Ziel ihres mutigen Filmprojektes ist es, Themen wie Normalität, menschliche Würde, Lebenssinn und gesellschaftliche Integration breiter zu reflektieren.
  • Thomas Isler (Produktion: maximage, Zürich) mit «Es wird kalt in Europa» Thomas Isler interessiert sich in seinem Projekt mit dem Untertitel „Die falschen Freunde der Direkten Demokratie“ für das Phänomen, dass sich viele rechtsradikale Parteien in Europa vom politischen System der Schweiz inspirieren lassen. Ihre populistischen Ideen konfrontiert er mit dem Selbstverständnis unseres Landes, das sich gerne als Wiege der Rechtsstaatlichkeit sieht, selber aber zunehmend in Konflikt mit den Menschenrechten gerät. Ziel seiner Recherche ist es, dem Demokratiebegriff in einem krisengeschüttelten Europa auf die Spur zu kommen.
  • David Vogel (Produktion: Dschoint Ventschr, Zürich) mit «Nicole heisst jetzt Aïcha» In der christlich geprägten Schweiz konvertieren jedes Jahr zahlreiche Menschen zum Islam. Um herauszufinden, was sie zu diesem Schritt bewegt, begleitet der Autor zwei junge Frauen – eine Konvertitin und eine, die sich mit dem Gedanken des Übertritts trägt – durch den Alltag. Beide sind Studentinnen, die eine aus einem religiösen SVP-, die andere aus einem multikulturellen Elternhaus. Ziel des Films ist, den Beweggründen für die Konversion, aber auch der Irritation nachzuspüren, die dieser Schritt im gesellschaftlichen Umfeld hervorruft.

2. CH-Dokfilm-Wettbewerb

Gewinner des 2. Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerbs

«Gasthaus Helvetia», so heisst das Gewinnerprojekt des 2. CH-Dokfilm-Wettbewerbs des Migros-Kulturprozent. Ist die «Wirtschaft» ein Ort der Freiheit? Mit dieser These ging der 1957 geborene Dokumentarfilmer Eric Bergkraut an sein Filmprojekt «Gasthaus Helvetia» heran und liess sich vom angedachten Gegenteil und der möglichen Bestätigung in gleicher Weise überraschen. Um welche Freiheit(en) handelt es sich? Die Gasthäuser, die für Eric Bergkraut nur deshalb ungewöhnlich sind, weil sie gewöhnlich sind, stehen in drei unterschiedlichen Landesteilen. Spiegeln sie und ihre Gäste die wortreichen oder wortkargen Freiheiten unterschiedlicher Kulturen wider? Oder ist – Zitat Bergkraut – «tote Hose das allgemeine Programm»?

Preisträger der 1. Runde des 2. Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerbs

  • Elda Guidinetti und Andres Pfaeffli, beide in Meride lebend, konfrontieren in «Libertà sorvegliate» heutige Jugendliche aus allen sozialen Schichten mit dem Prozess aus dem 17. Jahrhundert gegen Anastasia Provino. Die Autoren entwickeln ein Cross-Media-Projekt über den Freiheitsbegriff und die Freiheiten der jungen Generation.
  • Eric Bergkraut aus Zürich begibt sich in «Gasthaus Helvetia» auf eine Reise zu den letzten Urkneipen der Schweiz und damit zu einem Ort der Freiheit.
  • Valérianne Poidevin aus Lausanne zeigt mit «Lauriane in L.A.» das Portrait einer ehemaligen Miss Schweiz, die in Hollywood ihr Glück als Schauspielerin versucht. Wenn man etwas noch nicht ist, das man gerne wäre, hat man trotz aller durchzustehenden Ängste die Freiheit, sich zu erfinden.

1. CH-Dokfilm-Wettbewerb

Gewinner des 1. Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerbs

Simon Baumann, aus Suberg BE, gewinnt mit «Zum Beispiel Suberg» den ersten Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerb, welcher dem Thema «Lebenswelten – miteinander leben» gewidmet war. Mit der Kamera in der Hand unternimmt der Filmemacher den Selbstversuch, sich in das Dorf zu integrieren, in dem er seit über 30 Jahren wohnt, in dem er aber weder die Nachbarn kennt noch Freunde hat.

Preisträger der 1. Runde des 1. Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerbs

  • Fred Florey und David Epiney, beide aus Genf, mit «La clé de la chambre à lessive», einem politischen und poetischen Portrait eines Hauses, das mit der Etikette eines sozialen Ghettos belastet ist.
  • Cédric Fluckiger und Simon Soutter, beide aus Genf, mit «L’Usage du travail», einer Erzählung zu einer besonderen Lebenswelt, nämlich jener der Beratungsstellen der Gewerkschaften, wo Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ihren ersten Rat holen.
  • Andrea Müller, aus Bettingen BS, und Adrian Zschokke, aus Zürich, mit «Reverse flow», einem Film, in dem das Land der Missionare – die Schweiz – durch die Mega Church Lighthouse Chapel International zum Land der Missionierten wird.
  • Roman Vital und Claudia Wick, beide aus Zürich, mit «Valzeina», der Geschichte eines idyllischen Bergdorfs, das statt Ferienkindern abgewiesene Asylbewerber aus allen Nationen beherbergen muss.

Filmfestivals bieten Filmschaffenden eine unentbehrliche Plattform, um von einem interessierten Publikum und potenziellen Filmverleihern entdeckt zu werden.

Filmfestivals

Das Migros-Kulturprozent unterstützt professionelle Schweizer Filmfestivals, die Massnahmen zur nachhaltigen Förderung des Schweizer Filmnachwuchses und/oder von Drehbuchautorinnen und -autoren anbieten. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den Richtlinien.

Keine Beiträge werden entrichtet für:

  • regionale Filmfestivals;
  • Open-Air-Kinos.

Die neuen digitalen audiovisuellen Technologien fordern die klassischen Grenzen der Narration, des Vertriebs und der Produktion heraus. Das Migros-Kulturprozent fördert Filmprojekte, welche neue Perspektiven einnehmen und Impulse geben für die Weiterentwicklung des Films auf allen Ebenen: von der Herstellung über die Auswertung bis hin zur Vermittlung.

Neue Perspektiven

Unterstützt werden zum Beispiel Filmprojekte im digitalen Bereich wie Virtual Reality, VOD, interaktive Filme oder Online-Festivals, aber auch neuartige analoge Ansätze in Bereichen wie Stoffentwicklung, Vermittlung oder Nachwuchsförderung.Projekte, bei denen das Nachwuchsschaffen eine zentrale Rolle spielt, werden besonders berücksichtigt.

Keine Beiträge werden entrichtet für:

  • Projekte, deren Budget 200’000 Franken übersteigt;
  • klassische Filmproduktionen;
  • klassische Games;
  • digitale Projekte ausserhalb des Filmbereichs (hierzu vgl. Richtlinien «Digitale Kultur: Werkbeiträge» oder Richtlinien «Digitale Kultur: Vermittlungsförderung»).