Neue Ideen für den Schweizer Dokfilm

Die fünf Gewinner der ersten Runde des zweistufigen CH-Dokfilm-Wettbewerbs wurden am 6. August 2010 am Filmfestival in Locarno vorgestellt. Das Migros-Kulturprozent unterstützt die Siegerprojekte mit je 15'000 Franken.

Autor: Magazin, 10. August 2010, art-TV

Wie leben Menschen in der Schweiz zusammen? Lässt sich in Social Communities Geborgenheit finden? Was zählen heutzutage Solidarität und Respekt? Um die Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen zur Schweiz und ihrer Gesellschaft zu fördern, lancierte das Migros-Kulturprozent Anfang dieses Jahres den CH-Dokfilm-Wettbewerb. Das Migros-Kulturprozent gibt jeweils das Thema vor. Für 2010 lautet es „Lebenswelten – miteinander leben“. Der Wettbewerb erfolgt in zwei Stufen. Eine fünfköpfige Jury wählte fünf Projekte aus, die nun durch das Migros-Kulturprozent bis zur Produktionsreife mit Fr. 15’000.- Preisgeld finanziert werden. Anschliessend wird die Jury erneut beraten und den Film wählen, der realisiert wird.

«Es ist offensichtlich ein grosses Nachwuchspotenzial im Dokumentarfilm vorhanden», so Hedy Graber, Leiterin Direktion Kultur und Soziales, Migros-Genossenschafts-Bund. Sie zeigt sich erfreut, dass die Preisträger der ersten Runde gleichermassen aus der deutschen und der französischen Schweiz kommen.

Die Preisträger der ersten Runde
1. Simon Baumann, aus Suberg BE, mit «Zum Beispiel Suberg», der von einem Einwohner berichtet, der das Dorf und seine Bewohner 31 Jahre lang ignorierte, bevor er sie endlich kennenlernen wollte.

2. Fred Florey und David Epiney, beide aus Genf, mit «La clé de la chambre à lessive», einem politischen und poetischen Portrait eines Hauses, das mit der Etikette eines sozialen Ghettos belastet ist.

3. Cédric Fluckiger und Simon Soutter, beide aus Genf, mit «L’Usage du travail», einer Erzählung zu einer besonderen Lebenswelt, nämlich jener der Beratungsstellen der Gewerkschaften, wo Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ihren ersten Rat holen.

4. Andrea Müller, aus Bettingen BS, und Adrian Zschokke, aus Zürich, mit «Reverse flow», einem Film, in dem das Land der Missionare – die Schweiz – durch die Mega Church Lighthouse Chapel International zum Land der Missionierten wird.

5. Roman Vital und Claudia Wick, beide aus Zürich, mit «Valzeina», der Geschichte eines idyllischen Bergdorfs, das statt Ferienkindern abgewiesene Asylbewerber aus allen Nationen beherbergen muss.

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