CH-Dokfilm

Der Dokumentarfilm ist eine Kernkompetenz im Schweizer Filmschaffen. Um ihm eine Erfolg versprechende Plattform zu bieten und den Diskurs über gesellschaftlich relevante Themen anzuregen, veranstaltet das Migros-Kulturprozent einen zweistufigen Dokumentarfilm-Wettbewerb.

Filmschaffende können ihre Filmprojekte, die sich mit aktuellen Themen der Schweizer Gesellschaft auseinandersetzen, beim Migros-Kulturprozent einreichen. Eine Jury wählt aus den eingegangenen Projekten maximal fünf aus. Diese werden durch das Migros-Kulturprozent bis zur Produktionsreife finanziert und anschliessend erneut der Jury vorgelegt. Das aus dem Wettbewerb hervorgegangene Siegerprojekt wird durch das Migros-Kulturprozent — mit Unterstützung der SRG SSR — finanziert.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den nebenstehenden Richtlinien.

Wettbewerbsthema:

Mut? Mut!
Unter dem Titel «Mut? Mut!» schreibt das Migros-Kulturprozent zum 3. Mal seinen CH-Dokfilm-Wettbewerb aus. Es lädt Schweizer Filmschaffende ein, sich in dokumentarischer Form mit aktuellen Fragen rund um das Thema Mut zu befassen. Gesucht werden filmische Ideen aus dem alltäglichen, sozialen, politischen, ökonomischen Umfeld – kurz: dem globalisierten Lebenskontext in der Schweiz –, die sich in eigenständiger und differenzierter Weise mit der Antriebsfeder menschlichen Denkens und Handelns auseinandersetzen.

Das Migros-Kulturprozent ist neugierig auf Geschichten im Spannungsfeld von privater Initiative und gesellschaftlicher Norm, von öffentlicher Manifestation und politischer Sanktionierung; Geschichten von (Auf-) Brüchen, Risiken, Verlusten – und natürlich vom Gelingen.

Vom Wettbewerb ausgeschlossen sind:

  • Fernsehfilme oder Fernsehserien
  • Spielfilme
  • Kurzfilme

Jury

Mitglieder der Jury 2012 sind:
  • Hedy Graber, Präsidentin
    Leiterin Direktion Kultur und Soziales, Migros-Genossenschafts-Bund, Zürich
  • Nikolaus Geyrhalter
    Dokumentarfilmer und Produzent, Wien
  • Daniel de Roulet
    Schriftsteller, Genf
  • Nicolas Wadimoff
    Dokumentarfilmer und Produzent, Genf
  • Sven Wälti
    Verantwortlicher interregionale und internationale Programmangelegenheiten SRG SSR, Bern

Termine

  • Eingabeschluss der 1. Runde 2012: 1. Juni 2012.
  • Im August 2012 werden die besten Filmideen aus der ersten Wettbewerbsrunde im Rahmen des Filmfestivals Locarno präsentiert.
  • Eingabeschluss für die 2. Runde (Preisträger 1. Runde): 7. Dezember 2012 (Achtung: Neue Richtlinien).

2. CH-Dokfilm-Wettbewerb

Sieger des 2. Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerbs

«Gasthaus Helvetia», so heisst das Siegerprojekt des 2. CH-Dokfilm-Wettbewerbs des Migros-Kulturprozent. Ist die «Wirtschaft» ein Ort der Freiheit? Mit dieser These ging der 1957 geborene Dokumentarfilmer Eric Bergkraut an sein Filmprojekt «Gasthaus Helvetia» heran und liess sich vom angedachten Gegenteil und der möglichen Bestätigung in gleicher Weise überraschen. Um welche Freiheit(en) handelt es sich? Die Gasthäuser, die für Eric Bergkraut nur deshalb ungewöhnlich sind, weil sie gewöhnlich sind, stehen in drei unterschiedlichen Landesteilen. Spiegeln sie und ihre Gäste die wortreichen oder wortkargen Freiheiten unterschiedlicher Kulturen wider? Oder ist – Zitat Bergkraut – «tote Hose das allgemeine Programm»?

Preisträger der 1. Runde des 2. Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerbs

  • Elda Guidinetti und Andres Pfaeffli, beide in Meride lebend, konfrontieren in «Libertà sorvegliate» heutige Jugendliche aus allen sozialen Schichten mit dem Prozess aus dem 17. Jahrhundert gegen Anastasia Provino. Die Autoren entwickeln ein Cross-Media-Projekt über den Freiheitsbegriff und die Freiheiten der jungen Generation.
  • Eric Bergkraut aus Zürich begibt sich in «Gasthaus Helvetia» auf eine Reise zu den letzten Urkneipen der Schweiz und damit zu einem Ort der Freiheit.
  • Valérianne Poidevin aus Lausanne zeigt mit «Lauriane in L.A.» das Portrait einer ehemaligen Miss Schweiz, die in Hollywood ihr Glück als Schauspielerin versucht. Wenn man etwas noch nicht ist, das man gerne wäre, hat man trotz aller durchzustehenden Ängste die Freiheit, sich zu erfinden.


1. CH-Dokfilm-Wettbewerb

Sieger des 1. Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerbs

Simon Baumann, aus Surberg BE, gewinnt mit «Zum Beispiel Surberg» den ersten Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerb, welcher dem Thema «Lebenswelten – miteinander leben» gewidmet war. Mit der Kamera in der Hand unternimmt der Filmemacher den Selbstversuch, sich in das Dorf zu integrieren, in dem er seit über 30 Jahren wohnt, in dem er aber weder die Nachbarn kennt noch Freunde hat.

Preisträger der 1. Runde des 1. Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerbs

  • Fred Florey und David Epiney, beide aus Genf, mit «La clé de la chambre à lessive», einem politischen und poetischen Portrait eines Hauses, das mit der Etikette eines sozialen Ghettos belastet ist.
  • Cédric Fluckiger und Simon Soutter, beide aus Genf, mit «L’Usage du travail», einer Erzählung zu einer besonderen Lebenswelt, nämlich jener der Beratungsstellen der Gewerkschaften, wo Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ihren ersten Rat holen.
  • Andrea Müller, aus Bettingen BS, und Adrian Zschokke, aus Zürich, mit «Reverse flow», einem Film, in dem das Land der Missionare – die Schweiz – durch die Mega Church Lighthouse Chapel International zum Land der Missionierten wird.
  • Roman Vital und Claudia Wick, beide aus Zürich, mit «Valzeina», der Geschichte eines idyllischen Bergdorfs, das statt Ferienkindern abgewiesene Asylbewerber aus allen Nationen beherbergen muss.

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Migros-Genossenschafts-Bund Direktion Kultur und Soziales

sonja.schwyzer@mgb.ch