Idee

Das Migros-Kulturprozent ist ein freiwilliges Engagement der Migros in den Bereichen Kultur, Gesellschaft, Bildung, Freizeit und Wirtschaft. Mit seinen Institutionen, Projekten und Aktivitäten ermöglicht es einer breiten Bevölkerung Zugang zu kulturellen und sozialen Leistungen.

Idee

Die Idee des Migros-Kulturprozent geht auf den Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler zurück. In seinem Sinn verpflichten sich der Migros-Genossenschafts-Bund und die Migros-Genossenschaften zu einem jährlichen Beitrag an das Migros-Kulturprozent. Dieser wird auf Grundlage des Umsatzes berechnet und auch bei rückläufigem Geschäftsgang im Detailhandel ausgerichtet.

Das wohl einzigartige Engagement garantiert die Kontinuität des Migros-Kulturprozent und wurde in den Statuten der Migros fest verankert. Neben dem kommerziellen Erfolg ist es gleichberechtigtes Unternehmensziel der Migros.

Institutionen und Projekte

Tragende Säulen des Migros-Kulturprozent sind Institutionen in den Bereichen Kultur, Gesellschaft, Bildung, Freizeit und Wirtschaft. Sie umfassen die Klubschule Migros, die Eurocentres, das GDI Gottlieb Duttweiler Institute in Rüschlikon, vier «Parks im Grünen», die Monte-Generoso-Bahn im Tessin und das Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich.

Aktivitäten und Projekte bilden einen weiteren Bestandteil des Engagements. Dabei versteht sich das Migros-Kulturprozent als Impulsgeber und sucht die Kooperation mit anderen privaten wie öffentlichen Organisationen. Hinzu kommt die Unterstützung von Projekten und Einzelpersonen durch Förderbeiträge oder Studienpreise.

Grundlagen

Das Migros-Kulturprozent basiert auf 15 Thesen von Adele und Gottlieb Duttweiler sowie den Statuten des Migros-Genossenschafts-Bundes.

Reglement des MGB

1957 wurde das Migros-Kulturprozent im Vertrag zwischen dem Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) und den ihm angeschlossenen Mitglieds-Genossenschaften erstmals ausformuliert und statutarisch verankert.

Im heute geltenden Reglement von 2004 lauten die Bestimmungen über das Migros-Kulturprozent:

«Der MGB setzt Mittel, welche das so genannte 'Kulturprozent' bilden, für kulturelle, soziale und wirtschaftspolitische Zwecke ein. (...) Im MGB stehen die kulturellen, sozialen und wirtschaftpolitischen Zielsetzungen gleichberechtigt neben den wirtschaftlichen Zielen.»

Gottlieb Duttweiler

Das Migros-Kulturprozent geht auf den Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler (1888–1962) zurück. Der Unternehmer und Sozialpolitiker stellte kulturelle und soziale Ziele stets gleichberechtigt neben kommerzielle Ziele.

Gottlieb Duttweiler kam am 15.8.1888 in Zürich zur Welt. Er absolvierte eine kaufmännische Lehre beim Kolonialwarenhändler Pfister & Sigg und wurde Partner der Firma. Später führte er mit seiner Frau Adele in Brasilien eine Kaffeeplantage.

Zurück in der Schweiz schuf er 1925 mit der Migros AG eine Verkaufsorganisation ohne Zwischenhandel. Deren Erfolgsgeschichte begann mit den berühmten Migros-Wagen: Sie verkauften Grundnahrungsmittel bis zu 40 Prozent günstiger als die Konkurrenz.

Vielseitiger Pionier

Später prägte Duttweilers sozialer Pioniergeist auch die Schweizer Politik. Der von ihm 1935 gegründete Landesring der Unabhängigen (LdU) errang auf Anhieb sieben Sitze im Nationalrat.

Der Idee einer sozialen Marktwirtschaft verpflichtete sich Duttweiler ebenso als Unternehmer. Er und seine Frau machten die Migros-Kunden zu Genossenschaftern und Miteigentümern.

Nachhaltige Wirkung

1941 formulierte Gottlieb Duttweiler erstmals die Absicht, einen festen Anteil des Migros-Umsatzes für kulturelle und soziale Zwecke zu verwenden. Die zehn Migros-Genossenschaften setzen sein geistiges Erbe bis heute um.

Gottlieb Duttweiler verstarb am 8.6.1962 in Rüschlikon bei Zürich.