JAHRESPROGRAMM 2018

Wir freuen uns, Ihnen unser Programm für das kommende Jahr zu präsentieren. 2018 zeigt das Migros Museum für Gegenwartskunst Einzelausstellungen von Charles Atlas, Teresa Burga, Koki Tanaka und Maria Eichhorn. Im Ausstellungsformat Collection on Display präsentieren wir zudem in zwei Ausstellungen ausgewählte Werke aus der Sammlung des Migros Museum für Gegenwartskunst.

Charles Atlas

17. Februar–13. Mai 2018
Eröffnung: Freitag, 16. Februar 2018

Teresa Burga

26. Mai–12. August 2018
Eröffnung: Freitag, 25. Mai 2018

Koki Tanaka

25. August–11. November 2018
Eröffnung: Freitag, 24. August 2018

Maria Eichhorn

23. November 2018–3. Februar 2019

Collection on Display

17. Februar–13. Mai 2018
Eröffnung: Freitag, 16. Februar 2018

25. August–11. November 2018
Eröffnung: Freitag, 24. August 2018

Charles Atlas

17. Februar–13. Mai 2018
Eröffnung: Freitag, 16. Februar 2018


Seit knapp 50 Jahren zählt der US-amerikanische Künstler Charles Atlas (*1949 in St. Louis, Missouri) mit seinen komplexen Videoinstallationen und wegweisenden filmischen Dokumentationen von Tanz- und Performancekunst zu den wichtigsten Figuren im Bereich Film und Video. Das Migros Museum für Gegenwartskunst zeigt nun die erste institutionelle Einzelausstellung des Künstlers in der Schweiz. Bekanntheit erlangte Atlas im Zuge seiner Zusammenarbeit mit Choreografen wie Merce Cunningham (1919–2009), Michael Clark (*1962) oder dem Modedesigner und Performancekünstler Leigh Bowery (1961–1994). Sein künstlerisches Umfeld deckt sich dabei weitgehend mit dem sozialen: Seine Arbeiten aus den 1980er und 1990er Jahren sind vielfach Porträts von Weggefährten aus dem New Yorker Underground- und Zeitmilieu, die sich im Kontext der Sub- und Popkultur mit Fragen nach Bio-, Körper- und Identitätspolitik auseinandersetzen. Atlas’ Bildsprache gilt bis heute als wichtige Referenz für jüngere Generationen von Filmemachern; so etwa seine Kameraarbeit für den fiktionalen Dokumentarfilm Hail the New Puritan (1986), in dem die Kamera zum aktiven Gegenüber wird. Bezeichnend für Atlas’ Schaffen ist die permanente Neuauslotung der Ausdrucksmöglichkeiten zeitbasierter Medien. Bereits in den späten 1970er Jahren experimentierte er mit Bildverfremdungsmomenten wie dem Chroma-Key-Verfahren. Die neueren, technisch oft sehr komplexen Videoinstallationen zeichnen sich durch ihren abstrakten Charakter aus und spielen mit einer Ikonografie geometrischer Formen oder Zahlenfolgen. Dabei gehen sie ebenso Fragen nach der Aufteilung des Bildraums und dessen Strukturierung nach wie zeitgenössischen, repräsentationspolitischen Überlegungen.

Die von Raphael Gygax kuratierte Ausstellung vereint eine Auswahl an Arbeiten aus den letzten 20 Jahren sowie ein neues Werk. Zur Ausstellung erscheint im Verlauf des Jahres 2018 bei JRP|Ringier eine Publikation.

Charles Atlas lebt und arbeitet in New York. Seine Arbeiten waren im Lauf der letzten Jahrzehnte in zahlreichen internationalen Ausstellungen präsent, zuletzt u.a. im Museum of Modern Art, New York (2017), Walker Art Center, Minneapolis (2017), Whitney Museum of American Art, New York (2016) und in der Tate Modern, London (2013). für seinen Beitrag zur 57. Biennale Venedig 2017 wurde ihm der Special Mention Award verliehen.

Teresa Burga

26. Mai–12. August 2018
Eröffnung: Freitag, 25. Mai 2018


In einer gross angelegten Übersichtsausstellung zeigt das Migros Museum für Gegenwartskunst das vielfältige Werk der peruanischen Künstlerin Teresa Burga (*1935 in Iquitos, Peru). Ihr OEuvre umfasst ebenso Gemälde und Environments, die der Pop-Art zuzuordnen sind, sowie konzeptuelle Zeichnungen und kybernetische Installationen. Das medial und formal-ästhetisch breite Spektrum konzentriert sich auf ein gemeinsames Thema: Burga fragt nach dem Handlungsspielraum des Einzelnen angesichts verfestigter Konventionen und Machtstrukturen. Ihre Kunstwerke sind detailgenaue Protokolle der gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Zeit und ihr Ziel ist die Bereitstellung von Informationen für die Betrachter. Oft auch spielerisch demonstriert die Künstlerin die Kausalität von Ursache und Wirkung und verweist damit auf die Macht des Einzelnen, auf die gesellschaftlichen Verhältnisse Einfluss zu nehmen. Grundlegend für eine solche Selbstbestimmtheit ist für Burga die systematische Erfassung und Verbreitung von Daten und Informationen, die insbesondere der technologische Fortschritt mit sich bringt. So werden eingefahrene Geschlechterrollen ebenso wie Stereotype der Kunstwelt der kritischen Auseinandersetzung preisgegeben. In ihrer künstlerischen Praxis war Burga als weibliche Vertreterin der lateinamerikanischen Kunst vielfach ihrer Zeit voraus. Erst seit wenigen Jahren wird ihr OEuvre, das sie auch mit über 80 Jahren noch stetig erweitert, von der lokalen wie internationalen Kunstszene erschlossen.

Die von Heike Munder, Leiterin Migros Museum für Gegenwartskunst, kuratierte Retrospektive ist die erste Einzelausstellung der Künstlerin in der Schweiz. Zur Ausstellung erscheint zur Eröffnung eine Monographie bei JRP|Ringier. Ausstellung und Katalog werden in Kooperation mit der Kestnergesellschaft Hannover realisiert.

Teresa Burga lebt und arbeitet in Lima, Peru. Ihre Arbeiten waren in jüngster Zeit vermehrt in internationalen Ausstellungen präsent, zuletzt u.a. an folgenden Orten: Hammer Museum, Los Angeles (2017), Sculpture Center, New York (2017), Tate Modern, London (2015), MALBA, Buenos Aires (2015), Museum Ludwig, Köln (2015), Art Institute of Chicago (2015), Biennale Venedig (2015), Sala de Arte Público Siqueiros, Mexiko Stadt (2014), Palais des Beaux-Arts, Brüssel (2014), Museu de Arte Moderna do Rio de Janeiro (2014), Biennale Istanbul (2012), Württembergischer Kunstverein, Stuttgart (2011).

Koki Tanaka

25. August–11. November 2018
Eröffnung: Freitag, 24. August 2018


Wie funktioniert das Zusammenleben innerhalb von Gemeinschaften? Seit der Nuklearkatastrophe in Fukushima 2011 kreist das Schaffen des japanischen Aktionskünstlers Koki Tanaka (*1975 in Tochigi, Japan) um diese Frage. Antworten sucht er mittels partizipatorisch angelegter Aktionen, die er per Foto und Video dokumentiert. Seine Praxis beruht auf der Beobachtung, dass Menschen sich als Reaktion auf Ausnahmesituationen und die damit verbundenen Unterbrechungen alltäglicher Abläufe für kurze Zeit zu Mikro-Gemeinschaften zusammenschliessen. In diesem Miteinander orientieren sich die Menschen an einem imaginären Idealzustand, rücken näher zusammen und entwickeln neue Umgangsformen. Tanaka bringt Menschen unterschiedlicher Herkunft mit verschiedenen kulturellen Hintergründen zusammen und stellt ihnen Aufgaben, bei denen sie das Miteinander erproben. Seine Gesellschaftsstudien widmen sich den so herbeigeführten Momenten des Zusammenrückens, des Neuzusammenfindens sowie den dabei auftretenden Schwierigkeiten. Alltägliche Situationen werden im Kunstkontext zum Experimentierfeld gesellschaftlichen und ethischen Denkens wie Handelns. Vielfach nimmt er dabei auf die lokale Geschichte der Ausstellungsorte Bezug. Im Vordergrund der für die Ausstellung im Migros Museum für Gegenwartskunst konzipierten Aktion steht die Auseinandersetzung mit drängenden, globalgesellschaftlichen Problemen, wie Immigration, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus, die gerade wegen ihrer Allgegenwärtigkeit immer wieder in den Blick genommen werden müssen. Eine Gruppe von Menschen, die in Asien und Europa leben, wird sich diesen in einem kritischen Diskurs als Form der sozialen Recherche widmen. Die Dokumentationen der in Japan stattfindenden Aktionen werden im Museum gezeigt.

Die Ausstellung wird von Heike Munder, Leiterin Migros Museum für Gegenwartskunst, kuratiert und ist die erste Einzelausstellung des Künstlers in der Schweiz. Zur Ausstellung erscheint im zweiten Halbjahr 2018 eine Publikation bei JRP|Ringier.

Koki Tanaka lebt und arbeitet in Kyoto, Japan. Seine Arbeiten sind international präsent, zuletzt u.a. im Kunsthaus Graz (2017), in der Deutsche Bank KunstHalle, Berlin (2015), im Van Abbemuseum, Eindhoven (2014), im National Museum of Modern Art, Kyoto und Tokyo (2013), im Museum of Art, Seoul (2013), im Hammer Museum, Los Angeles (2012), im Taipei Contemporary Art Center (2012), im Centre A, Vancouver (2010), im Hara Museum of Contemporary Art (2009) und im Palais de Tokyo, Paris (2007). 2013 war Tanaka offizieller Vertreter Japans an der 55. Biennale Venedig, 2015 wählte ihn die Deutsche Bank zum Künstler des Jahres, und 2017 nahm er an den Skulptur Projekten Münster und an der 57. Biennale Venedig teil.

Maria Eichhorn

23. November 2018–3. Februar 2019


Die Ausstellung der Künstlerin Maria Eichhorn (*1962 in Bamberg, Deutschland) im Migros Museum für Gegenwartskunst vereint Werke aus den Jahren 1988 bis 2018. Seit ihren Anfängen beschäftigt sich Eichhorn in ihrer Kunst mit der Befragung festgeschriebener Normen, die Alltagsleben und Kunst reglementieren. Ihr besonderes Augenmerk gilt dabei sozioökonomischen Prozessen. Die daraus resultierenden Fragestellungen sind auf Wert, Zeit, Besitz und Eigentum fokussiert. Deren Wirkungsweisen werden in ihren Arbeiten mittels ausführlicher Recherche und feinsinniger Analyse gezielt unterwandert. Eichhorn wiederholt etablierte Abläufe, überführt sie der Unzweckmässigkeit und bietet so die Möglichkeit zur kritischen Hinterfragung. Mit ihrer Art der Sichtbarmachung schafft sie Plattformen für ein Umdenken. Die Künstlerin initiiert einen Wandel, dessen Auswirkungen sich im Lauf der Zeit und unter Einfluss der beteiligten Akteure konstituieren können. Den vielfach hochkomplexen, undurchsichtigen Zusammenhängen, mit denen sich die Künstlerin auseinandersetzt, steht eine spezifische, präzise Form der Präsentation gegenüber. Die jüngste Arbeit, Κτίριο ως περιουσία άνευ ιδιοκτήτη / Building as unowned property (Gebäude als Nichteigentum) (2017), die in Koproduktion mit der documenta 14 entstand, war erstmals während der documenta im EMST, National Museum of Contemporary Art in Athen zu sehen und wird für diese Ausstellung sowie als Sammlungsankauf des Migros Museum für Gegenwartskunst weiter ausgeführt.

Die Ausstellung wird von Raphael Gygax kuratiert. Zur Ausstellung erscheint die Publikation Κτίριο ως περιουσία άνευ ιδιοκτήτη / Building as unowned property (Gebäude als Nichteigentum) im Verlag JRP|Ringier.

Maria Eichhorn lebt und arbeitet in Berlin und Zürich. Ihr OEuvre wurde international in zahlreichen Einzelausstellungen gezeigt, zuletzt u.a. in der Chisenhale Gallery, London (2016), der Morris and Helen Belkin Art Gallery, Vancouver (2015) und im Kunsthaus Bregenz (2014). Eichhorn nahm an der documenta 11 in Kassel (2002), der documenta 14 in Athen und Kassel (2017) sowie an der 45. und 56. Biennale Venedig (1993, 2015) und der 4. und 9. Biennale Istanbul (1995, 2005) teil.

Collection on Display: Oscar Tuazon, Banks Violette

7. Februar–13. Mai 2018
Eröffnung: Freitag, 16. Februar 2018

Collection on Display: Pipilotti Rist, Show A Leg

25. August–11. November 2018
Eröffnung: Freitag, 24. August 2018

Das Ausstellungsformat Collection on Display präsentiert ausgewählte Werke aus der Sammlung des Migros Museum für Gegenwartskunst. Im Fokus stehen dieses Jahr grosse raumgreifende Skulpturen und Installationen, eine Werkgattung, die einen wichtigen Schwerpunkt in der Sammlung darstellt. Teilweise für Wechselausstellungen in den Räumen des Museums produziert wurden viele dieser grossdimensionalen Arbeiten für die Sammlung erworben. Sie stehen exemplarisch für die Verschränkung von Ausstellungs- und Sammlungstätigkeit, wie sie seit der Gründung des Museums 1996 praktiziert wird. Collection on Display räumt dieses Jahr wenigen Künstlerpositionen aus der Sammlung grosszügig Platz für ihre raumgreifenden Werke ein. In der ersten Ausgabe, beginnend im Februar, werden im Erdgeschoss des Museums zwei Skulpturen mit installativem Charakter von Banks Violette (*1973, USA) und zwei skulpturale Arbeiten von Oscar Tuazon (*1975, USA) präsentiert sowie eine Audio-Installation, die in Kooperation zwischen Tuazon und Vito Acconci (1940–2017, USA) entstanden ist. Als Premiere in unseren Räumen wird Pipilotti Rist (*1962, Schweiz) ab Ende August mit ihrer komplexen Videoinstallation Show a Leg (2001) das gesamte Obergeschoss des Museums bespielen.

Collection on Display wird von Nadia Schneider Willen (Sammlungskonservatorin des Migros Museum für Gegenwartskunst) kuratiert.

Presse:

Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an René Müller, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: rene.mueller@mgb.ch T +41 44 277 27 27

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Medienmitteilung vom 26.10.2017 – JAHRESPROGRAMM 2017


Das Migros-Kulturprozent ist ein freiwilliges, in den Statuten verankertes Engagement der Migros für Kultur, Gesellschaft, Bildung, Freizeit und Wirtschaft.
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