JAHRESPROGRAMM 2020

Wir freuen uns, Ihnen unser Programm für das kommende Jahr zu präsentieren. 2020 zeigt das Migros Museum für Gegenwartskunst zwei umfangreiche Gruppenausstellungen zum Thema Ökologie sowie ein Ausstellungsprojekt der Künstlerin Yael Davids, in welchem alternative und performative Zugänge zur Kunst erprobt werden. Dabei stehen Sammlungswerke des Migros Museum für Gegenwartskunst und des Van Abbemuseum im Zentrum.

Zudem wird das Migros Museum für Gegenwartskunst als Teilnehmer der Initiative digitorials.ch seine digitalen Vermittlungsangebote ab 2020 massgebend ausbauen. Digitorials.ch ist ein Projekt von maze pictures swiss, das von Engagement Migros, dem Förderfonds der Migros-Gruppe, ermöglicht wird.

Potential Worlds 1: Planetary Memories

07. März – 31. Mai 2020
Eröffnung: Freitag, 06. März 2020

Potential Worlds 2: Eco-Fictions

13. Juni – 18. Oktober 2020
Eröffnung: Freitag, 12. Juni 2020

A Daily Practice – One Is Always a Plural
Ein Projekt von Yael Davids

31. Oktober 2020 – 31. Januar 2021
Eröffnung: Freitag, 30. Oktober 2020

 

Potential Worlds 1: Planetary Memories

07. März – 31. Mai 2020
Eröffnung: Freitag, 06. März 2020

Die Ausstellung Potential Worlds 1: Planetary Memories ist der erste Teil eines zweiteiligen Ausstellungsprojekts, das sich mit dem Verhältnis von Mensch und Natur auseinandersetzt. Den Ausgangspunkt beider Ausstellungen bildet das aktuelle Erdzeitalter des Anthropozäns, in dem der Mensch als massgeblicher Einflussfaktor auf biologische, geologische und atmosphärische Prozesse verstanden wird. Die künstlerischen Positionen reflektieren Aspekte dieser Epoche und entwerfen, hiervon ausgehend, mögliche Zukunftsszenarien.

Die in der Ausstellung Potential Worlds 1: Planetary Memories gezeigten Werke befassen sich mit der historischen und der gegenwärtigen Eroberung von Land zur Gewinnung von Macht und Ressourcen sowie den daraus entstehenden ökologischen und sozialen Folgen. Die künstlerischen Arbeiten hinterfragen dabei Wissenskonzepte, die im Zuge der Entdeckung und der Kolonisierung von Umwelt entwickelt wurden. Sie stellen Momente des Widerstands gegen Machtstrukturen heraus und konzentrieren sich auf Situationen, in welchen die Natur menschlichen Ordnungsbestrebungen widersteht. Die in den letzten zehn Jahren entstandenen Arbeiten fragen danach, wie diese Geschichten des Anthropozäns erzählt und dargestellt werden könnten. Zugleich werfen sie einen Blick nach vorn: Welche Vorstellungen von Natur könnten entstehen? Wie werden wir die Natur in der Zukunft wahrnehmen? Wie könnten Alternativen abseits des menschzentrierten Denkens und Handelns aussehen?

Die von Heike Munder (Leiterin Migros Museum für Gegenwartskunst) und Suad Garayeva-Maleki (Leiterin YARAT Contemporary Art Space) kuratierte Ausstellung zeigt Werke von Monira Al Qadiri, Maria Thereza Alves, Ozan Atalan, Alberto Baraya, Ursula Biemann, Carolina Caycedo, Cooking Sections, Mark Dion, Mishka Henner, Reena Saini Kallat, Kiluanji Kia Henda, Almagul Menlibayeva, Katja Novitskova, Tabita Rezaire, Zina Saro-Wiwa, Himali Singh Soin, Jakob Kudsk Steensen. Die Ausstellung wird vom 10. Juli 2020 bis 27. September 2020 im YARAT Contemporary Art Space, Baku zu sehen sein.

Potential Worlds 2: Eco-Fictions

13. Juni – 18. Oktober 2020
Eröffnung: Freitag, 12. Juni 2020

Die Gruppenausstellung Potential Worlds 2: Eco-Fictions beschäftigt sich im Anschluss an Potential Worlds 1: Planetary Memories mit spekulativen Entwürfen des Beziehungsgeflechts Mensch und Natur vor dem Hintergrund unserer gegenwärtigen ökologischen Situation. Die Konsequenzen der Naturzerstörung zeigen die Notwendigkeit, den Menschen als Teil, nicht als Zentrum der Welt zu begreifen. Die Ausstellung führt sowohl historische als auch gegenwärtige künstlerische Arbeiten zusammen, die diesen Gedanken aufgreifen und weiterentwickeln, indem sie nach anderen Formen des (Zusammen-)Lebens fragen. Auch geht es um die sich ständig verändernde Rolle des Menschen in der Natur in Zeiten neuer, posthumaner Technologien und um die Möglichkeiten, die sich daraus für neue Koexistenzen ergeben. Wie können Wege gefunden werden, um einen Austausch zwischen allen Lebewesen zu gestalten? Wie soll man mit dem Müll der Gegenwart und den Spuren der Zerstörung – den «Ruinen des Anthropozäns» – umgehen? Welche Potenziale werden freigesetzt, wenn sich Mensch und Natur begegnen und verbünden? Welche Rolle kann dabei die Kunst als technologisches, wissenschaftliches und soziales Experiment übernehmen? Die Künstler*innen der Ausstellung machen sich für ein soziales Bewusstsein stark, welches alle Lebewesen umfasst, und entwerfen, ausgehend von dieser Haltung, neue Formen des Miteinanders.

Die von Heike Munder (Leiterin Migros Museum für Gegenwartskunst) und Suad Garayeva-Maleki (Leiterin YARAT Contemporary Art Space) kuratierte Ausstellung zeigt Werke von Korakrit Arunanondchai, Anca Benera & Arnold Estefán, Dora Budor, Burton Nitta (Michael Burton & Michiko Nitta), Cao Fei, Julian Charrière, Carl Cheng, Jimmie Durham, Peter Fend, Tue Greenfort, Joana Hadjithomas & Khalil Joreige, Helen Mayer Harrison & Newton Harrison, Louis Henderson, Mary Maggic, Mileece, MOON Kyungwon & JEON Joonho, Adrián Villar Rojas, Pinar Yoldas, Zheng Bo. Die Ausstellung wird vom 20. November 2020 bis 31. Januar 2021 im YARAT Contemporary Art Space, Baku zu sehen sein.

Begleitend zur zweiteiligen Ausstellung erscheint im Juni 2020 eine Publikation mit Texten von T. J. Demos, Suad Garayeva-Maleki & Heike Munder, Jussi Parikka, Emily Scott.

A Daily Practice – One Is Always a Plural
Ein Projekt von Yael Davids

31. Oktober 2020 – 31. Januar 2021
Eröffnung: Freitag, 30. Oktober 2020

Die Künstlerin Yael Davids setzt sich in ihren Installationen und Performances mit dem Körper als Ort der Verschränkung persönlicher und kollektiver Narrative auseinander. Für das Ausstellungsprojekt A Daily Practice – One Is Always a Plural bringt sie Sammlungswerke des Migros Museum für Gegenwartskunst und des Van Abbemuseum in Eindhoven mit ihren eigenen skulpturalen und installativen Arbeiten in einen Dialog. Ausgewählte Sammlungswerke dienen als Ausgangspunkt für die Entwicklung von Performances und einer Reihe regelmässig durchgeführter, auf der Methode von Moshe Feldenkrais basierender Übungslektionen, an denen teilzunehmen das Publikum herzlich eingeladen ist. Yael Davids untersucht hier das Potenzial performativer Strategien und somatischer Techniken als alternative Zugänge zu Kunst, die – im Gegensatz zu visueller Wahrnehmung und rationalem Verständnis – einer ganzheitlichen Körpererfahrung den Vorrang geben. Die Feldenkrais-Methode setzt auf die präzise Ausführung von einzelnen, langsam durchgeführten Bewegungsabläufen. So erlaubt sie uns, eigene (Bewegungs-) Gewohnheiten wahrzunehmen, Veränderungsmöglichkeiten zu erkennen und Alternativen zu verinnerlichen. In der Werkauswahl spiegelt sich diese Philosophie nicht zuletzt in der Auswahl künstlerischer Positionen, die das bewusste Verlernen und Neuerlernen als Ausgangspunkt für das kreative Schaffen betrachten. Der Ausstellungstitel A Daily Practice ist in diesem Sinne nicht nur als «tägliche Routine» zu verstehen, sondern als Haltung, die integraler Bestandteil von Yael Davids’ Selbstverständnis und künstlerischer Praxis ist und Betrachter*innen ermöglicht, Kunst auf ungewöhnliche Art in den eigenen Alltag zu integrieren.

Das Ausstellungsprojekt entsteht in Zusammenarbeit mit dem Van Abbemuseum, Eindhoven. Es wurde von Nick Aikens, dem Kurator für Recherche im Van Abbemuseum, initiiert und von Yael Davids in engem Dialog mit ihm entwickelt. Die Ausstellung ist im Kontext von Creator Doctus entstanden, einem neuen Rechercheformat der Gerrit Rietveld Akademie in Amsterdam, dessen erste Kandidatin Yael Davids ist. Im Migros Museum für Gegenwartskunst wird die Ausstellung von der Sammlungskonservatorin Nadia Schneider Willen kuratiert.

Einzelausstellungen, Installationen und Performances von Yael Davids (*1968 in Jerusalem, lebt in Amsterdam) waren u.a. in folgenden internationalen Institutionen zu sehen: Dying is a Solo, Museo Tamayo, Mexico City, 2018; documenta 14, Athen und Kassel, 2017; La distance entre V et W, Les Laboratoires d’Aubervilliers, Paris, 2015; Gesture in Diaspora, Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig, 2015; Ending with Glass, Kunsthalle Basel, 2011; Learning to Imitate in Absentia I, Picture This, Bristol, 2011; Where Time Becomes Art, Palazzo Fortuny, Performance Abteilung, Biennale Venedig, 2005.

Medien:

Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an René Müller, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
rene.mueller@mgb.ch
T +41 58 570 29 99

Download Medieninformationen:

Medienmitteilung vom 03.12.2019 – JAHRESPROGRAMM 2020

Download Media Release (in English):

Media Release 03.12.2019 – ANNUAL PROGRAM 2020


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