Cie de nuit comme de jour / La ville

«La ville» ist ein theatrales Verwirrspiel. Der Zuschauer wird mit Aussagen überschwemmt, die sich gegenseitig aufheben und in Zweifel ziehen. Der Sprache kommt die Funktion einer verhängnisvollen Flut zu, welche nach und nach die Realität der Ereignisse und der Personen erschüttert.

In «La ville», einem Stück von Martin Crimp, kommen zwei Frauen, ein Kind und ein Mann vor. Alle verfügen über klare Identitäten. Aber der grosse englische Dramatiker versteht es ausgezeichnet Unsicherheit zu stiften. Was also wie ein herkömmliches well-made-play daherkommt, verschiebt sich unmerklich hin zu einer unheilschwangeren Unwirklichkeit. Wer ist Claire, die Frau von Chris, und kann sie mittels ihrer Vorstellungskraft die Grenzen der Realität sprengen? Ist man am Ende im Leben oder doch nur im Kopf eines Anderen? Crimp, einer der meistgespielten zeitgenössischen Autoren, erinnert immer daran, dass der Begriff der Persönlichkeit in der Krise steckt. «La ville» etabliert eine beunruhigende Stimmung, welche im Gleichklang mit unserer virtuellen Welt schwingt.

Guillaume Béguin weiss das in «La ville» angelegte Verwirrspiel gut zu nutzen. Nach «Autoportrait et Suicide» von Édouard Levé führt er seine Recherche über die Unfähigkeit des Menschen, sich selbst über Sprache zu definieren, die eigene Identität einzufangen und die Grenzen der Persönlichkeit festzumachen, fort.

«On se gardera de résumer un texte qui privilégie la narration à l’action dramatique. On remarquera juste que Guillaume Béguin signe une mise en scène d’une rare cohérence. Même si parfois son dispositif «noie» une parole qui réclame toute l’attention. Ce bel objet, réticent à la préhension, bénéficie d’un atout de choix en la comédienne Sylviane Tille.» (Tribune de Genève)

Premiere

Théâtre du Grütli Genf, 18. Januar 2011

Weitere Vorstellungen

  • Théâtre du Grütli Genf, 19.-30. Januar 2011
  • Arsenic Lausanne, 22.-27. Februar 2011

Autor: Martin Crimp / Übersetzung aus dem Englischen: Philippe Djian / Regie: Guillaume Béguin / Spiel: Piera Honegger, Pierre Maillet, Sylviane Tille et Lou Golaz ou Milo Gravat (wechselweise) / Bühnenbild: Sylvie Kleiber und Vincent Deblue / Licht und technische Leitung : Dominique Dardant / Kostüme: Karine Dubois /Musik: D’incise / Ton: David Scrufari / Licht: Iguy Roulet / Regieassistenz: Florence Ineichen / Realisierung Bühnenbild: Atelier du Lignon, Romain David, Vincent Deblue, Théo Keiflin, Lucie Laurent, Nieth Leang-Srey, Elise Pernet, Olivier Pion, Eric Vuille / Training : YoungSoon Cho Jaquet / Coach Kinder: Christophe Balthus / Fotos : Christian Lutz / Video: Radu Zero / Produktionsleitung: Laure Chapel - Pâquis Productions / Vertrieb: Karin Wechsler / Produktion : Compagnie de nuit comme de jour

Eine Koproduktion mit Théâtre du Grütli Genf und Migros-Kulturprozent

Weitere Informationen

www.denuitcommedejour.ch