SNAUT / Pas grand-chose plutôt que rien

Joël Maillard, zuerst sieht er nichts, dann sagt und tut er nichts, aber am Ende ist trotzdem etwas. Der Lausanner Autor, Regisseur und Schauspieler spielt in «Pas grand-chose plutôt que rien» geschickt mit unseren Sinnen, Erwartungen und überrascht die Zuschauer mit einer kollektiven Montage; eine Wirklichkeitsschlaufe aus der es auch mit Leibniz kein Entkommen gibt.

Das Publikum, an einer grossen Tafel sitzend, wählt Bilder und Tonbänder per Fernbedienung aus. Können sie somit den Ablauf des Stücks mitbestimmen oder hat doch ein deus ex machina die letzte Entscheidungsgewalt? Wer spielt mit wem und mit welcher Absicht? Der Zuschauer ist im Glauben, das System zu durchschauen und zu bestimmen. Doch das System erweist sich als instabil: die Funktion der Konsolen und die Spielregeln ändern sich laufend. Bilder und Klänge entziehen sich dem Zuschauer, bekommen eine Eigendynamik.

Die Teilnahme des Publikums beschränkt sich lediglich darauf, dass es ab und zu auf einen Knopf drücken kann. Das ist wirklich nicht viel. Aber genau die Anhäufung dieser nicht vielen Male macht das Stück, was auch nicht nichts ist.

Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?

Premiere

Arsenic Lausanne, 28. April 2015

Weitere Vorstellungen

  • Arsenic Lausanne, 29. April bis 3. Mai 2015
  • Théâtre du Grütli Genf, 7. – 17. Mai 2015

Text, Regie: Joël Maillard / Künstlerische Mitarbeit: Zofia Klyta-Lacombe / Technisches Konzept, Elektronik: Michael Egger / Video: Alexandre Morel, Aline Suter / Ton: Thierry Simonot / Bühnenbild: Sarah André / Licht: Sandra Romanelli / Konstruktion: Serge Perret / Fotos: Pénélope Henriod, Jean-Charles Massera, Jeanne Quattropani, David Wagnières / Administration, Produktion: Jeanne Quattropani / Spiel: Adrian Filip

Eine Koproduktion des Arsenic Lausanne, Théâtre du Grütli Genf und Migros-Kulturprozent.

Weitere Informationen

www.snaut.ch