Fabian Ziegler

«Ich möchte dem Publikum das Schlagzeug als Soloinstrument vermitteln. Da es sich leider noch nicht als Solist etabliert hat, nehme ich mir dies zur Aufgabe. Ich strebe eine Karriere als Solo- wie auch Kammermusiker an und möchte mit speziellen Projekten das Publikum mitreissen und begeistern.»

Meine Ziele

«Ich möchte dem Publikum das Schlagzeug als Soloinstrument vermitteln. Da es sich leider noch nicht als Solist etabliert hat, nehme ich mir dies zur Aufgabe. Ich strebe eine Karriere als Solo- wie auch als Kammermusiker an und möchte mit speziellen Projekten das Publikum mitreissen und begeistern. Natürlich möchte ich mein Studium an der Zürcher Hochschule der Künste noch voll und ganz ausnutzen und mich durch meine Professoren für den Beruf als Musiker ausbilden lassen. Ich freue mich auf weitere Konzerte in der ganzen Welt. Es ist immer wieder toll, andere Musiker aus anderen Ländern kennenzulernen.»

Biografie

Fabian Ziegler (*23. März 1995) erhält mit 9 Jahren seinen ersten Schlagzeugunterricht. Er absolviert von 2014 bis 2017 der Bachelor of Arts in Music an der Zürcher Hochschule der Künste bei Martin Grubinger, Prof. Klaus Schwärzler, Prof. Raphael Christen und Prof. Rainer Seegers. Seit September 2017 studiert Fabian Ziegler im Masterstudiengang Specialized Music Performance mit Vertiefung in Solist an der Zürcher Hochschule der Künste.

Er besuchte Meisterkurse bei Katarzyna Mycka (DE), Jean Geoffroy (F), Svet Stoyanov (BG), Conrado Moya (E) und Beverly Johnston (CAN).

Seit März 2017 spielt er diverse Konzerte mit dem Percussive Planet Ensemble von Martin Grubinger (A). Im August 2017 und 2018 spielte Fabian Ziegler als Solist am Davos Festival – Young Artists in Concert. Dazu kamen diverse Uraufführungen und Premieren von renommierten Komponisten. Er spielte bereits in grossen Sälen im In- und Ausland, unter anderem im Lincoln Center New York, Konzerthaus Berlin, KKL Luzern, Kulturcasino Bern, in der Tonhalle Zürich und der Tonhalle St. Gallen sowie in weiteren angesehenen Konzerthallen.

Repertoire

Sehr gerne spielt er Werke von noch nicht sehr bekannten und jungen Komponisten und setzt sich sehr für die Erweiterung des Repertoires ein, darunter neue Schlagzeugkonzerte des Komponisten Thomas Trachsel (CH) oder von Gareth Farr (NZ), Luzia von Wyl (CH), Arkadiusz Katny (PL) oder auch John Psathas (NZ).

Auszeichnungen

  • 2018: Preisträger Jmanuel und Evamaria Schenk Stiftung
  • 2018: 1. Preis Kiefer Hablitzel Göhner Musikpreis
  • 2017: Studienpreis Musik des Migros-Kulturprozent
  • 2017: Stipendium der Friedl Wald Stiftung
  • 2017: Stipendium des Rahn Kulturfonds
  • 2015: Studienpreis Musik des Migros-Kulturprozent
  • Kontakt

    Fabian Ziegler
    Oerlikonerstrasse 75
    CH–8057 Zürich

    +41 77 447 10 21
    info@fabianziegler.ch
    www.fabianziegler.ch

    Der Wunderdrummer

    Talent des Monats

    1. Februar 2018, Katharina Nill

    Fabian Ziegler trommelt und schlägt um die Wette: solo, im Ensemble und in einer eigenen Konzertreihe. Dabei verfolgt der zweifache Studienpreisträger des Migros-Kulturprozent nur ein Ziel: das Schlagzeug zeitgemäss zu machen.

    Fertig und bühnensicher fühlen sich Perkussionisten selten. «Und das soll so sein», bestätigt Fabian Ziegler, der allein für die kommenden vier Monate rund dreissig Auftritten entgegenblickt. «Ich bin vor jedem Bühnenauftritt gleichermassen aufgeregt und angespannt. Ich denke, das gewährleistet die Bühnenpräsenz und Energie unserer Auftritte.» Zeitgenössische Schlagzeuger wie Fabian Ziegler haben es sich zum Ziel gesetzt, das Schlagzeug als Soloinstrument bekannt zu machen. Obwohl das rhythmische Spielen mit allem, was man effektvoll schlagen kann, die älteste Form der Musik ist, entstehen erst seit knapp zwei Jahrzehnten Solo-Kompositionen wie beispielsweise von Iannis Xenakis für das Instrument.

    Versteht sich Ziegler denn nun als Perkussionist, Perkussionskünstler oder Schlagzeuger? «Letzteres. Ich habe meinen Bachelor in Musik mit der Vertiefung Klassische Perkussion abgeschlossen. Nicht zu verwechseln mit den Jazz- und Popdrummern – ein Bild, das die Mehrheit im Kopf hat, wenn von Schlagzeugern die Rede ist. Und gerade mit diesem Image wollen wir klassischen Schlagzeuger brechen. Musiker wie ich können alles spielen, was von einem Schlagzeuger im Orchester verlangt wird. Und es soll nicht länger seltsam anmuten, wenn ein Schlagzeuger vorne statt hinten auf der Bühne steht.»

    Die Waage zwischen Vernunft und Lust

    Der fast 23-jährige Fabian Ziegler, der aus Matzingen bei Frauenfeld stammt, kommt früh mit Musik in Kontakt. «Mein Vater dirigiert verschiedene Blasorchester und hatte eine Big-Band. Das Schlagzeug hat mich von klein auf fasziniert, und mit neun Jahren begann ich mit dem Unterricht – erst am Schlagzeug, dann an der Trommel.» Obwohl er Berufsmusiker werden will, entscheidet er sich nach dem Schulabschluss zunächst für eine kaufmännische Berufslehre. «Ich wusste, dass der Beruf des Musikers nicht ganz risikofrei ist, da es nicht so viele Jobs wie Leute gibt. Und von meiner Lehre profitiere ich bis heute: Ich kann gut organisieren, Projekte steuern, Budget planen, Briefe schreiben und Dokumente zusammenstellen.» Neben der Lehre spielt Ziegler bis zu seinem Studienbeginn im Blasorchester und lernt dort «zuzuhören» und sich «ins Gesamte einzufügen».

    2014 beginnt mit dem Studium an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK eine «prägende und wichtige Phase» seiner musikalischen Entwicklung, wie Ziegler sagt. «Die Strenge meiner Professoren hat mir sehr viel gebracht. Ich habe zum ersten Mal begriffen, dass durchschnittlicher Einsatz nicht genügt und dass ich andere Lebensaspekte zurückstellen muss, wenn ich ernsthaft Musik machen will. Nun verpasse ich bisweilen private Anlässe in der Heimat. Aber das ist es mir wert.» Seit September setzt er sein Studium im Masterstudiengang Specialized Performance Solist fort, den er im Sommer 2019 abschliessen wird.

    Was meint Ziegler, wenn er von strengen Professoren spricht? «Ich musste mich an den Unterrichtsstil erst gewöhnen. Wir pflegen sehr persönliche Kontakte mit unseren Professoren, doch gleichzeitig erwarten diese ein enormes Mass an Disziplin von uns. Wenn etwas nicht funktioniert, dann spiele ich nochmal, nochmal und nochmal. Die Haltung unserer Professoren beeindruckt mich und ich habe grossen Respekt dafür. Darum habe ich diese Prinzipien gleichermassen für meine Arbeit übernommen.»

    Mit Grubinger grooven

    Zu Zieglers Professoren zählen Klaus Schwärzler, der neben seiner Professur an der ZHdK als Soloschlagzeuger im Tonhalle-Orchester Zürich spielt, sowie Raphael Christen, Yamaha Marimba Artist und einer der gefragtesten Marimbafonisten in der Schweiz. Auch von Martin Grubinger hat Ziegler Unterricht erhalten. Er wird von der Presse als «Schlagwerk-Pionier», «Popstar des klassischen Musikbetriebs» und «Bester Marimbafonspieler der Welt» bezeichnet und trägt wesentlich zum aktuellen Boom des Schlagzeugs weltweit bei. Man muss ein wenig an der Bescheidenheit und Zurückhaltung Zieglers rütteln, um zu erfahren, dass er dank Grubinger auch einen persönlichen Meilenstein erreicht hat. 2017 hat er mit Grubingers Percussive Planet Ensemble das siebenstündige Konzert «The Big Six» mit gleich sechs Schlagzeug-Meisterwerken auf die Bühne bringen können.

    «Während dieser Konzerte ist mir bewusst geworden, wie viel unser Beruf mit Spitzensport gemein hat: Wir sind ja nicht nur während unserer Auftritte körperlich vergleichsweise stark gefordert, sondern haben mit Marimbafonen, Vibrafonen, Pauken und einer Unzahl an Gongs, Trommeln, Bongos, Schellen und Glocken mehrere Tonnen zu transportieren, auf-, um- und abzubauen. Das erfordert enorme körperliche Leistungsfähigkeit. Vom Adrenalin, der Ausdauer und der Konzentrationsfähigkeit ganz zu schweigen!»

    Initiator einer Marimba-Konzertreihe

    Ziegler tritt nicht nur häufig als Solist für Marimba auf und hat Wettbewerbe an der Marimba bestritten, sondern auch eine eigene Konzertreihe mit dem Titel Marimba Recital gegründet. Als Marimba-Spezialist will Ziegler jedoch nicht etikettiert werden. «Ich habe die Marimba als 10-Jähriger auf einem Solistenwettbewerb entdeckt und war auf Anhieb fasziniert. Doch es ist ja gerade die Vielseitigkeit unseres Schlagwerk-Instrumentariums, die ich schätze. So war ich nach der sechs Monate dauernden Vorbereitung auf einen Marimba-Wettbewerb froh, als ich wieder zur Trommel greifen konnte.»

    Das Marimba Recital ist aus einer Bekanntschaft mit einer Musikerin bei einem Meisterkurs entstanden: «Ich wollte mal mit ihr zusammenspielen, also musste ich einen Rahmen dafür schaffen.» Aus einem Konzert wurde eine Konzertreihe, die bereits seit zweieinhalb Jahren besteht, mit etwa vier Kammermusikkonzerten pro Jahr. «Meist spielen ein internationaler Gastmusiker und ich im Duo. Bislang treten wir in der Kirche von Matzingen auf. Mein Ziel ist es, bald einen grösseren Saal zu füllen.» In Zürich? «Eher Frauenfeld. Das Rezital muss erst bekannter werden. Ich bin oft frustriert, weil nicht mehr Leute kommen. Aber vielleicht braucht es einfach Zeit? Die Gastmusiker jedenfalls sind begeistert und ermuntern mich, dranzubleiben.»

    Solo- und Kammermusik

    Daneben ist Ziegler festes Mitglied des sechsköpfigen Cosmic Percussion Ensemble, das unter Klaus Schwärzler an der ZHdK gegründet wurde. Das Ensemble kam 2016 ins Finale des Kammermusik-Wettbewerbs des Migros-Kulturprozent. «Es läuft gut für uns! Das Ensemble ist ein geschützter Ort, um speziellere und seltenere Projekte zu verwirklichen. Im Sommer 2017 haben wir ein Guerilla-Konzert auf dem Floss vor dem Zürcher Seebad Utoquai und in Frau Gerolds Garten gegeben. Initiiert war diese coole Aktion von Hiromi Gut, die Klassik-Pop-Up-Konzerte in Zürich und Berlin realisiert. #guerillaclassics wird übrigens auch vom Migros-Kulturprozent unterstützt und ist eine tolle Art, junge Leute abzuholen: Sie gehen nicht ins Konzert, also kommt das Konzert zu ihnen! Projekte dieser Art motivieren mich enorm.»

    Für sein Ziel, als Solist Fuss zu fassen, hat Ziegler einen Plan, der so solide ist wie alles andere, was er anpackt. «Ich werde diesen November bei der TROMP International Percussion Competition in Eindhoven antreten und im September 2019 beim Münchener ARD-Musikwettbewerb. Durch die Teilnahme an diesen beiden renommiertesten Wettbewerben im europäischen Raum werde ich binnen der kommenden zwei Jahre herausfinden, was funktioniert und was nicht, und wo meine Solotätigkeit hinführen könnte. Momentan bleibt mir nur, viel zu üben, zu arbeiten und Verbindungen zu knüpfen. Das ist einfach Teil des Musikerdaseins.»

    Zugeschnittene Kompositionen

    Neben seinem USA-Debüt mit vier Solo-Auftritten in New York und zwei in Kalifornien im kommenden Mai, werden derzeit zwei Schlagzeugkonzerte für Ziegler komponiert. 2020 wird er diese Werke, das eine von Thomas Trachsel aus der Schweiz, das andere von Gareth Farr aus Neuseeland, uraufführen. «Ich halte Trachsel für einen der aktuell besten Schweizer Komponisten. Er komponiert überwiegend für Blasorchester und hat neben Dirigieren auch Schlagzeug studiert. Er weiss, was geht, was nicht geht, und kennt mich und meine favorisierten Kombinationen.»

    Ziegler lässt sich im Verlauf des Gesprächs immer wieder bereitwillig auf bohrende Nachfragen ein, die eine genauere Erklärung erfordern. Er erläutert: «Ich denke, dass ich eine ziemlich gute Technik entwickelt habe. Das macht viele Dinge möglich, die sonst nicht gespielt werden können. Trachsel weiss um mein bevorzugtes Instrumentarium von Marimbafon und Set-up und kennt jene Kombinationen, die ich schon gehört oder gespielt habe, die mein Spiel kennzeichnen. Er weiss, dass ich die Bandbreite unseres Instruments bedienen kann, von fullpower bis hin zu lyrischen, ruhigen Partituren. Uns steht ein enormes Spektrum an Ausdruck und Technik zur Verfügung und mein Ziel ist, dies zu zeigen und auszuschöpfen.»

    Marketing muss sein

    Als zweifacher Preisträger des Studienpreises Instrumentalmusik des Migros-Kulturprozent wurden Ziegler, aber auch sein Cosmic Percussion Ensemble, in die Konzertvermittlung aufgenommen. «Ich und wir profitieren enorm von den Auftrittsmöglichkeiten, die sich dadurch ergeben.» Auch für die Investition seiner Fördergelder hat Fabian Ziegler eine Strategie: «Ich habe den Weitblick, zu wissen, dass ich spätestens nach Studienabschluss grosse Investitionen tätigen muss. Ich werde allerhand Instrumente anschaffen, aber auch einen geeigneten Probenort finden müssen.»

    Aktuelle Ausgaben und PR-Massnahmen, dazu zählt seine neueste Kooperation mit der Goldmann PR-Agentur, bestreitet Ziegler so gut es geht aus den laufenden Erträgen seiner Engagements. «Die Pflege von Website und Social Media ist lästig und nicht unbedingt meine Kernkompetenz», sagt er. «Aber notwendig, um sichtbar zu sein und kommende Auftritte zu kommunizieren.» Kaum ist dies gesagt, zückt er sein Telefon und bittet höflich um ein Foto für seinen Facebook-Account.

     

    Nächste Konzerte:
    05.03.2018: Toni Areal, Zürcher Hochschule der Künste ZHdK, Spektrum Konzert ZHdK
    25.03.2018: Tonhalle Maag Zürich, Cosmic Percussion Ensemble – Einführung BBC Symphony Orchestra

    08.04.2018: Evangelische Kirche Matzingen, Marimba Recital 12 – Special Guest Svet Stoyanov, Katarzyna Mycka
    27.04.2018: Gemeinde- und Kulturzentrum Aadorf , 1. Swiss Percussion Night

     

    Fabian Ziegler-Percussionist

    Bad Touch by Casey Cangelosi

    Die zur Verfügung gestellten Bildmaterialen dürfen von Medienschaffenden unter Angaben der Quelle frei verwendet werden; ganz oder in Auszügen.