Frederic Bager

«Ich wünsche mir eine internationale Pianistenkarriere als Solist und Kammermusiker und Offenheit für ungewöhnliche, zeitgenössische Programme.»

Meine Ziele

«Ich wünsche mir eine internationale Pianistenkarriere als Solist und Kammermusiker und Offenheit für ungewöhnliche, zeitgenössische Programme.»

Biografie

Der vielfach ausgezeichnete Pianist Frederic Bager tritt regelmässig auf Bühnen in der Schweiz, in Grossbritannien und anderen Ländern auf. 2018 und 2019 ist er als Young Artist auf dem Davos Festival zu erleben.

2018 schloss Frederic Bager sein Studium mit einem Master of Fine Arts (First Class) an der Royal Academy of Music in London ab, wo er bei Ian Fountain studierte. An derselben Hochschule erhielt er zahleiche Auszeichnungen, darunter den Sterndale Bennett Prize für seine Interpretationen von Schumann und Chopin. Im Jahr 2018/19 ist er Hodgson Fellow der Royal Academy of Music.

Zuvor hatte er Unterricht bei Andrew Ball am Royal College of Music in London, den er mit einem Bachelor of Music (First Class) im Jahr 2016 abschloss. Bereits damals erhielt er verschiedene Stipendien und Preise, darunter den Kendall Taylor Prize für sein Beethoven-Spiel.

Konzertrepertoire

  • Beethoven-Sonaten (op. 81a, op. 109, op. 111, op. 28, op. 106 etc.)
  • Schubert-Sonaten (D959, D960 etc.)
  • Schumann: «Fantasiestücke op. 12», «Gesänge der Frühe op. 133»
  • Bach: Englische und Französische Suiten (Auswahl)
  • Chopin, verschiedene Werke (Concerto no 2, Scherzi, Polonaisen, Mazurken, etc.)
  • Debussy: «L’Isle Joyeuse»
  • Prokofiew: «Sarkasmen» op. 17, Sonate no 7 op. 83
  • Berg: Sonata op. 1
  • Brahms: Piano concerto no. 2, Intermezzi op. 117 and op. 119

Auszeichnungen

  • 2018: Hodgson Fellow, Royal Academy of Music
  • 2017: Prix Sterndale Bennett, Royal Academy of Music 
  • 2016: Studienpreis und Förderpreis des Migros-Kulturprozent
  • 2016: Preisträger, Beethoven-Wettbewerb (Kendall Taylor Prize), Royal College of Music
  • 2015: Studienpreis des Migros-Kulturprozent
  • 2010: Finalist, BBC Young Musician 2010, ausgestrahlt auf BBC Four
  • 2009: 1. Preis, Moray Piano Competition, Elgin, Schottland
  • 2005: 1. Preis, Finale des Concours Suisse de Musique pour la Jeunesse, Lugano

Rezensionen

Backtrack (6.8.2018)

 

Kontakt

Frederic Bager
Flat 3
92 Audley Road
London
NW4 3HB
United Kingdom

Impasse de l'Enfant Prodigue 16
CH–1110 Morges

+44 7964 238437
fbager@gmail.com
www.fredericbager.com

Klaviermeister in zwei Welten

Talent des Monats

1. Februar 2017, Katharina Nill

Der Nachwuchspianist Frederic Bager hat viel Talent und Grosses vor. Die Aufnahme in die Konzertvermittlung des Migros-Kulturprozent kann da einen Anschub leisten.

Vieles an Frederic Bager ist eine Ausnahme: er hat zwei Heimaten, zwei Nationalitäten, pflegt zwei Sprachen und ist ein Ausnahmetalent am Klavier. Der 25-jährige Pianist gibt das Interview über den Computerbildschirm von Morges aus, wo er als Sohn eines Briten und einer Schweizerin aufgewachsen ist. Bei Morges führt er dieser Tage ein Rezital auf, bevor er wieder nach London zurückkehrt, wo er derzeit Klavier an der Royal Academy of Music studiert.

Aufwachsen unter Musikern

Mit einem Flötisten zum Vater und einer Violonistin zur Mutter, ist das Musizieren für Frederic Bager von klein auf eine Selbstverständlichkeit. «Ich war zu jung, um mich genau zu erinnern, wie alt ich war, als ich mit dem Klavierspielen begonnen habe.» Während Bager sich schon früh zum Klavier hingezogen fühlt, studiert sein Bruder heute Fagott. Eine Entscheidung für oder gegen eine musikalische Laufbahn hat es hierbei nie gegeben: «Es verhielt sich eher umgekehrt: Ich habe mein Leben lang Klavier gespielt und es war immer schon das einzige, was ich tun wollte. In Sachen Musik musste man mich nie vorantreiben!» Als er mit 16 Jahren ein Stipendium erhält und an die britische Wells Cathedral School in Somerset wechselt, führt auf organische Weise eines zum anderen. «Ich habe einfach gemacht, was ich immer schon tat – und wurde besser und besser.»

Der Schritt, nach England zu ziehen, hat zur Folge, dass Bager heute, neun Jahre später, London als seinen Lebensmittelpunkt bezeichnet. Das Leben im dortigen Internat lassen die britischen Wurzeln in dem damals Pubertierenden mit der doppelten Staatsbürgerschaft aufblühen: Schon bald ist sein Englisch auf demselben Niveau wie das Französisch, das er mit seiner Mutter spricht. Gleichzeitig erhält er schon als Schüler eine intensive und vertiefende Ausbildung im Klavierspiel. Mit gerade einmal 17 Jahren tourt er als Solist mit dem Wells Cathedral School Chamber Orchestra durch China. «Das war definitiv ein grosses Erlebnis. Ich hatte Glück in zweierlei Hinsicht: die Ehre, solo zu spielen und das Abenteuer, auf Auslandstournee zu sein. Ich reise nämlich unwahrscheinlich gern.»

Eifer muss sein

Bager, dem die Antworten sonst schnell von den Lippen kommen, denkt lange nach, als er über den emotionalen Aspekt des Musizierens sprechen soll. «Für mich hat es nichts mit Ruhm zu tun», sagt er. «Vielmehr ist das Klavierspielen ein Genuss. Es ist auch eine Art der Kommunikation, tiefgründiger als Reden allein. Das Musizieren erlaubt einem, auf vielfältigere Weise mit dem Publikum zu kommunizieren. Daneben ist das Musizieren natürlich eine meiner Fertigkeiten, es liegt mir im Blut und ich denke ständig darüber nach. Eine Portion Leidenschaft ist aber notwendig, Geld oder Ruhm können als Motivatoren nicht ausreichen.»

Bager glaubt fest daran, dass jeder Mensch mit gewissen Talenten zur Welt kommt, aber er sagt auch: «Ohne Übung nützt das Talent nichts.» Er selbst, der nach seinem Schulabschluss für das Studium an die Royal Academy of Music in London wechselt, hat einen strengen Alltagstakt: «Die Woche ist überwiegend bestimmt vom Unterricht und dem täglichen Üben. Zudem spiele ich sehr gerne Kammermusik und investiere Zeit in die Duos, in denen ich regelmässig spiele.» In London lebt er im Haus einer Dame, die einen Flügel besitzt – an diesem darf er spielen, das erleichtert die Strukturierung seiner Übungspraxis ungemein.

Der junge Mann, der so leidenschaftlich gerne reist, nimmt sich jeweils eine muszierfreie Phase pro Jahr. «Ich leiste mir zwei bis drei Wochen übungs- und spielfreie Ferien. Zwar kehre ich dann erholt zurück, muss aber immer erst auch wieder meine musikalische Technik aufwärmen.»

Klare Zukunftsvisionen

Obwohl er noch im Studium ist, hat seine Zukunft als Berufsmusiker längst begonnen. So tritt er seit seinem Debut-Rezital als Profimusiker im Jahr 2010 in und ausserhalb Englands auf, erweitert sein Repertoire ständig und denkt gründlich über die Programme seiner Konzerte nach. Der Eifer, seine Laufbahn anzupacken, ist spürbar – und Bager ist sich im Klaren, wie diese aussehen soll: «Ich wäre gerne gut etabliert und wünsche mir, selbstgestaltete Programme spielen zu können. Es wäre toll, solo oder solo mit Orchester zu spielen – doch auch Kammermusik ist mir eine Herzensangelegenheit.»

In seinem Repertoire pflegt Bager Beethoven und Schubert-Sonaten und ist seit Neuestem den russischen Komponisten verfallen. Das ist sicher auch seinem generellen Interesse an der russischen Kultur geschuldet: Im vergangenen Sommer ist er mit seinem Cousin in die russische Arktis, nach Sankt Petersburg und Moskau gereist. Aktuell übt Frederic Bager Prokofiev und Skrjabin: «Ihre Musik ist sehr tiefgründig und vor allem Prokofiev ist emotional fesselnd. Ich habe den Eindruck, als sprächen russische Komponisten ein bisschen direkter zur Seele als andere.»

Karriereanschub Wettbewerb

Die Teilnahme an Nachwuchswettbewerben hilft Bager, sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen. So kommt Frederic Bager 2010 ins Finale des britischen BBC Young Musician of the Year, gewinnt 2015 zunächst den Studienpreis des Migros-Kulturprozent, im Folgejahr einen zweiten Studienpreis wie auch den Förderpreis desselben. Der Studien- und Förderpreis des Migros-Kulturprozent ermöglichen dem jungen Pianisten – zusätzlich zu den 14´400 Franken – eine individuelle und umfassende Förderung beim Übergang von der Ausbildung in den Beruf. «Mit diesen Fördermitteln ist meine Ausbildung an der Royal Academy of Music gesichert – und durch die Aufnahme in die Konzertvermittlung bekommt meine Karriere einen Anschub», sagt er erleichtert und stolz.

 

Website von Frederic Bager

Chopin: Polonaise in F-sharp minor, Op. 44

 

Schumann: Gesänge der Frühe, Op. 133


Mozart: Sonata in B-flat major, K. 333, I. Allegro


Mozart: Sonata in B-flat major, K. 333, II. Andante cantabile


Mozart: Sonata in B-flat major, K. 333, III. Allegretto grazioso


Schubert: Sonata in B flat major, D960, I. Molto moderato


Debussy: L'Isle Joyeuse


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